"Der Adler ist gelandet." Am 20. Juli 1969 um 22 Uhr 17 mitteleuropäischer Zeit war die Mondlandefähre "Eagle" im "Meer der Ruhe" niedergegangen. Die ersten Menschen betraten in den Morgenstunden des nächsten Tages den Mond.

Wie ein Adler sah die Landefähre allerdings nicht aus. Eher glich sie einer bizarren Riesenspinne mit dünnen, gespreizten Beinen und einem plumpen, metallisch schimmernden Leib. Wer sie auf Filmaufnahmen einsam in der steinigen, leblosen Einöde des Mondes hocken sieht, bekommt ein Gespür für das Tollkühne des Unternehmens.

Mit diesem zerbrechlichen Gefährt waren die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin nicht nur im Mondgeröll gelandet, sondern bald darauf auch wieder aufgestiegen, um an Bord des Mutterschiffes von Apollo 11 heil zur Erde zurückzugelangen.

Der Mut zum Risiko und der unbedingte Wille, sein Ziel zu erreichen und seinen Traum zu verwirklichen, das ist vielleicht das erstaunlichste Vermächtnis der Mondmissionen. Als "blauäugig und naiv" hat der deutsche Weltraumingenieur Jesco von Puttkamer die Mentalität der Raketenbauer beschrieben. Nicht etwa, weil sie dumm waren. Sondern weil sie in ihrem Elan bereit waren, das Unmögliche zu erzwingen.

Am Ende glückte es ihnen. Mit einer Technik, die teilweise archaisch anmutet. Man denke nur an die klobigen Rechenmaschinen, für die die Bezeichnung Computer nach heutigen Maßstäben ein Witz ist. Jeder Laptop aus dem Elektronikmarkt an der Ecke hat mehr Rechenpower als die damaligen Spitzenrechner der Nasa. Die Saturn-5-Rakete mit ihren Millionen von Bauteilen funktionierte trotzdem.

Als die Menschheit in der Mitte des 20. Jahrhunderts den Aufbruch zu den Sternen probte, erschien nichts unmöglich, war die Zukunft eine leuchtende Verheißung. Es würde immer weiter aufwärtsgehen, so viel war gewiss. Wissenschaft und Technik erschienen als Schlüssel zu Wohlstand und Glück. Das hat sich geändert.