Mit der jährlichen Veranstaltung würdigen Politik und Bundeswehr jeweils am 20. Juli den militärischen Widerstand gegen Adolf Hitler: Am 20. Juli 1944 waren Widerstandskämpfer um den Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit einem Bombenanschlag auf Hitler gescheitert und noch in der Nacht in Berlin hingerichtet worden.

Wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in einer Rede sagte, ist der militärische Widerstand gegen Adolf Hitler Vorbild für die Bundeswehr. "Wir bekennen uns öffentlich zur Tradition des militärischen Widerstands – eine Tradition, auf die wir zu Recht stolz sein können" sagte Jung in seinem Wortbeitrag. "Die Bundeswehr und der 20. Juli sind untrennbar miteinander verbunden." Die Offiziere von damals seien Vorbilder.

Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Widerstand damals die Würde Deutschlands gewahrt. Es habe leider nicht viele Widerstandskämpfer während der Nazi-Diktatur gegeben, aber die wenigen hätten dem Land Würde und Ehre bewahrt, sagte Merkel.

Zum zweiten Mal nach 2008 sprachen die Rekruten ihren Eid vor dem Reichstagsgebäude. Den Widerstandskämpfern zu zu Ehren hatte Jung bereits am Mittag im Innenhof des Bendlerblocks, wo die Gedenkstätte Deutscher Widerstand an die dort hingerichteten Offiziere erinnert, einen Kranz niederlegen. Bis vor zwei Jahren sprachen die Rekruten ihren Eid im Bendlerblock, dem Sitz des Verteidigungsministeriums, ehe man nach langem Streit mit der Stadt Berlin auf den Platz vor dem Reichstagsgebäude umzog.

Aufruf zur Gewalt gegen Soldaten

Die Wiese vor dem Bundestag wurde auch dieses Mal wieder von der Polizei abgesperrt, so dass nur geladene Gäste dem Gelöbnis beiwohnen können. Vor allem Proteste und Demonstrationen von Kriegsgegnern und linken Gruppen sollen von der Zeremonie ferngehalten werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Störversuche, unter anderem von nackt über den Platz laufenden Demonstranten. Für dieses Mal ist eine von zwei Anti-Kriegs-Gruppen organisierte Kundgebung am Potsdamer Platz angemeldet.

Brisanz erhielt die Veranstaltung im Vorfeld zudem durch Flugblätter, die in Berlin kursierten und in denen zu offener Gewalt gegen Soldaten und Bundeswehr-Angehörige aufgerufen wurde. Einer Meldung der Bild-Zeitung vom Freitag zufolge sieht der Militärische Abschirmdienst (MAD) dieser Entwicklung besorgt entgegen. Das Blatt zitierte aus einem Bericht des Geheimdienstes MAD, wonach mit dem Aufruf "eine neue Qualität" erreicht sei, da erstmals nicht nur zu Gewalt gegen Sachen, sondern auch gegen Soldaten aufgefordert werde.