Seit Anfang Mai sterben in Deutschland massenhaft Grünfinken (Carduelis chloris) – nun ist die Ursache dafür geklärt, wie der Naturschutzbund "Nabu" berichtet.

Verantwortlich für den Tod der Vögel sei wie bereits vermutet ein Einzeller namens Trichomonas gallinae. Dies hätten Veterinäre klinisch bestätigt. Dieser Parasit – ein mikroskopisch kleines Geißeltierchen – löst bei den Vögeln Entzündungen im Schlund und im Rachen aus.

Erkrankte Tiere sind an einem verklebten Schnabel und besonders aufgeplustertem Gefieder zu erkennen. Die meisten infizierten Grünfinken sterben nach kurzer Krankheitsdauer. Bei einzelnen Vögeln mit besonders starker Immunabwehr können die Parasiten allerdings längere Zeit überdauern, sodass sich andere Vögel besonders leicht anstecken können.

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Neben den Grünfinken, die auch Grünlinge genannt werden, sind weitere Arten wie Buchfinken, Kernbeißer, Gimpel, Elstern, Haussperlinge und Amseln betroffen. Die meisten Fälle waren bisher in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgetreten.

Vor allem an Tränken und Futterstellen, wo viele Tiere zusammenkommen, ist die Ansteckungsgefahr hoch – denn der Parasit überlebt auch im Trinkwasser. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich.

Um die Tierseuche einzudämmen, empfehlen Naturschützer, keine Garten- und Singvögel mehr zu füttern und die Vogeltränken in den Gärten vorübergehend zu entfernen.

Anders als viele ziehende Singvögel, die nur im Frühling und Sommer in deutschen Parks und Gärten zu sehen sind, ist der Grünfink ein Standvogel. Das heißt, er überwintert auch hier in Deutschland, anstatt in wärmere Regionen zu fliegen.

Geschwächt durch den Parasitenbefall dürfte es für die Grünfinken in diesem Jahr ein besonders schwerer Winter werden: Denn das Immunsystem der Tiere ist in der kalten Jahreszeit, wenn es außerdem nur wenig Nahrung gibt, besonders anfällig für Infektionen.