Die vor Somalia von Piraten entführten Seeleute der Hansa Stavanger sind offenbar zum Teil jetzt auf dem Festland. Nach Informationen von Spiegel Online seien darunter drei der fünf deutschen Geiseln, zwei 19-jährige Auszubildende und ein nautischer Offizier. Auch ein russischer Offizier wurde mit aufs Festland gebracht.

Die vier verschleppten Seeleute sollen zut Zeit mehr als eine Stunde von der somalischen Hafenstadt Haradhere entfernt sein, vor der das Schiff liegt. Das habe einer der Deutschen berichtet. Demnach würden die Piraten nach mindestens drei gescheiterten Verhandlungsrunden zunehmend nervös und verstärkten den Druck auf den Hamburger Reeder Frank Leonhardt.

An seiner Verhandlungsführung rege sich unter den Experten des Bundeskriminalamts (BKA) Kritik. Ein hochrangiger Sicherheitsexperte sagte Spiegel Online, der Besitzer der Hansa Stavanger agiere "sehr hartleibig".

Das Auswärtige Amt in Berlin verwies auf Anfrage lediglich darauf, dass sich der Krisenstab intensiv um die Lösung des Falles bemüht.

Das Schiff mit 24 Besatzungsmitgliedern, darunter fünf Deutsche, war am 4. April von Seeräubern gekapert worden. Schon damals hatten die Piraten 20 der Mitglieder auf das Festland verschleppt. Die Entführer wollten damit einer Befreiungsaktion zuvorkommen.