Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die Frage zu klären, ob die Anbieter von Suchmaschinen in den Ergebnissen ihres Preisvergleichs lediglich den Produktpreis oder auch die Versandkosten anzugeben haben.

In dem Wettbewerbstreit monierte der Elektronikhändler ProMarkt, dass der Konkurrent Media Online bei der Preissuchmaschine froogle.de auf die Angabe der Versandkosten verzichtet habe. ProMarkt-Anwältin Brunhilde Ackermann argumentierte, Zweck der Suchmaschine sei es ja gerade, dem Verbraucher einen Preisvergleich zu ermöglichen. Dieser Zweck werde verfehlt, wenn auf die - teilweise erheblichen - Zusatzkosten für den Versand nicht bereits auf der Vergleichsliste selbst hingewiesen werde.

Der Anwalt von Media Online hielt es für ausreichend, dass die Verbraucher bereits mit einem Klick auf der Seite des Anbieters landen, wo auch die die Höhe der Versandkosten ausgewiesen sei. Dies entspreche den Erwartungen der - inzwischen an den Umgang mit dem Internet gewöhnten - Verbraucher.

Nach dem heute veröffentlichten Urteil muss der Verbraucher auf einen Blick erkennen können, ob der angegebene Preis
Versandkosten enthält oder nicht. Denn von dieser wesentlichen Information hänge die Aussagekraft des Preisvergleichs ab, der üblicherweise in einer Rangliste dargestellt werde, hieß es in dem Urteil.