Zwei der drei mutmaßlichen neuen Erpresser der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten sind bereits polizeibekannt. Die 43 und 46 Jahre alten Duisburger seien wegen Betrugs und Betäubungsmitteldelikten vorbestraft, sagte Staatsanwalt Thomas
Steinkraus-Koch. Gegen die beiden sowie einen 33 Jahre alten Mann sei nach deren Festnahme in Duisburg Haftbefehl erlassen worden.

Die mutmaßlichen Erpresser hätten für angebliche Videos von Treffen der Münchner Milliardärin mit dem Schweizer Gigolo Helg Sgarbi 800.000 Euro verlangt und einen BMW, der zugleich als Übergabefahrzeug dienen sollte. Nach ersten Erkenntnissen seien die Trittbrettfahrer aber nicht im Besitz von intimen Videos gewesen.

Der Schweizer Helg Sgarbi hatte sich an Klatten herangemacht und sie anschließend mit Sex-Videos erpresst. Sgarbi war im März in München wegen Erpressung Klattens zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Geliebte der Millionärserbin hatte zwar gestanden, zum Verbleib der Beute jedoch geschwiegen. Nur drei bis vier Millionen Euro der Beute waren aufgetaucht. Der Gigolo hatte auf diese Weise vier wohlhabende Frauen um mehr als neun Millionen Euro gebracht.

Bereits im März hatte ein inzwischen gefasster Trittbrettfahrer 75.000 Euro von Klatten erpressen wollen. Johannes F. gab sich als ehemaliger Mit-Insasse Sgarbis aus und behauptete zu wissen, wo sich das pikante Video befindet. Von dem etwa 38 Minuten langen Video eines intimen Treffens zwischen Sgarbi und Klatten hatten die Ermittler nur einen siebenminütigen Ausschnitt, den der Schweizer an die Milliardärin geschickt hatte.