Der serbische Kriegsverbrecher Milan Lukic ist für grausame Massenmorde in Bosnien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sein mitangeklagter Cousin Sredoje Lukic erhielt eine 30-jährige Gefängnisstrafe.

Das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag befand die beiden zahlreicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beziehungsweise der Beihilfe dazu für schuldig. Die Ankläger hatten für beide lebenslange Strafen gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass insbesondere der heute 41-jährige Milan Lukic als Anführer der Bande "Weiße Adler" mithilfe seines heute 48-jährigen Cousins während der Balkan-Kriege Dutzende von bosnisch-muslimischen Frauen, Kindern und alten Männern in Häuser eingesperrt und die Gebäude dann mit Granaten in Brand gesetzt hat.

Menschen, die versuchten, aus Fenstern zu fliehen, seien kaltblütig erschossen worden. Milan Lukic habe mit äußerster Grausamkeit und Kaltblütigkeit getötet, sagte Richter Patrick Robinson. Allein habe der Angeklagte insgesamt mindestens 142 Menschen ermordet.

Am 21. Juli vergangenen Jahres endete nach Jahren der Flucht die Freiheit für Radovan Karadžić. Der ehemalige Führer der bosnischen Serben wurde in der Nähe von Belgrad verhaftet und an das UN-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert. Dort muss er sich einem Verfahren wegen "Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" stellen.

Die Anklage wirft ihm vor, für das Massaker an mehr als 8000 bosnischen Muslimen 1995 in der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica verantwortlich zu sein. Zum Prozessbeginn plädierte der sich selbst verteidigende Karadžić auf "nicht schuldig". Die Angeklagten des Tribunals sind im Gefängnis von Scheveningen inhaftiert.