Mögliche Organspender sollen besser erkannt und schneller gemeldet werden. Dafür sollen sogenannte Transplantations-Beauftragte auf Intensivstationen in allen Krankenhäusern
stationiert werden. Dies sehen neue Leitlinien vor, wie das Bundesgesundheitsministerium und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mitteilten.

Bei den nun erstmals erstellten Leitlinien handelt es sich nach Angaben eines Ministeriumssprechers lediglich um Empfehlungen, die nicht bindend sind.

Nach den Worten von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) seien die Leitlinien eine wichtige Grundlage für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), die die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspenden ist.

Der Kaufmännische Vorstand der DSO, Thomas Beck, sagte: "Wir können es nicht länger akzeptieren, dass in jedem Jahr über tausend Menschen sterben, weil für sie kein Organ für eine rechtzeitige Transplantation zur Verfügung steht."

Im Jahr 2008 haben rund 1200 Bundesbürger Organe gespendet. Ende Dezember warteten aber noch mehr als 11.000 Kranke auf ein Spenderorgan. Laut DSO sterben in Deutschland jährlich rund 1000 Patienten, weil sich kein Spender findet.

Bei der Bereitschaft zu Organspenden nach dem Tod liegt Deutschland im unteren Mittelfeld der europäischen Länder. Auf 16 Spender pro eine Million Einwohner kommen die Deutschen. Dies beziffert die DSO. Europameister ist Spanien mit 34,3 Spendern je eine Million Einwohner. Weit hinter dem Meister folgen Belgien und Frankreich. Schlusslichter in Europa sind Rumänien und Bulgarien.

Nach jahrelanger kontinuierlicher Steigerung der Organspenden verzeichnete die DSO im Jahr 2008 erstmals wieder einen Rückgang. Auch die europäischen Nachbarländer fallen zurück.