Opel bleibt begehrt: Pünktlich zum Ende der für Montagnachmittag gesetzten Frist der bisherigen US-Mutter General Motors (GM) reichten der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna, der belgische Finanzinvestor RHJ International und der chinesische Hersteller Baic unterschriftsreife Vertragsentwürfe bei GM ein, wie GM Europe in Zürich mitteilte.

Die Bieter geben ihre Offerten parallel der Bundesregierung zur Kenntnis. "Wir werden dann in den nächsten Tagen die Angebote bewerten und gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte ein Regierungssprecher. Das Votum der Regierung ist neben dem von GM maßgeblich, denn sie entscheiden über Bürgschaften für milliardenschwere Kredite, die Opel braucht. Letztlich entscheidet das gleichermaßen von GM und Deutschland besetzte Treuhandgremium über den Verkauf des Autobauers. Die Treuhand hält kommissarisch 65 Prozent der Anteile an Opel.

Kreisen zufolge will GM nun zunächst einen internen Favoriten küren und dann ab Mitte der Woche Gespräche mit der Politik suchen. Der Konzern teilte mit, die vorläufigen Erkenntnisse von GM sollten der Bundesregierung und den Regierungen anderer betroffener Länder sowie der EU-Kommission vorgelegt werden.

Die Entscheidung über Opel wird nicht einfach werden: Zuletzt hatte sich in dem Gezerre ein Konflikt zwischen der deutschen Politik und GM abgezeichnet. Während die Ministerpräsidenten der vier Opel-Bundesländer und Teile der Bundesregierung Magna als neuen Opel-Eigner bevorzugen, präferiert GM Kreisen zufolge den Finanzinvestor RHJ. Baic werden bislang die schlechtesten Chancen eingeräumt.

Magna besserte noch schnell nach

Magna hatte in letzter Minute sein Angebot für Opel nochmals angepasst. Die finale Offerte sieht Kreisen zufolge nun sowohl für Magna als auch für den russischen Partner Sberbank eine Beteiligung von je 27,5 Prozent vor. Zusammen kommen beide damit unverändert auf eine Mehrheit von 55 Prozent. Ursprünglich sollte Magna lediglich 20 Prozent und die Sberbank 35 Prozent halten. Mit dem Schritt wollte der Zulieferer offenbar für mehr Stabilität in dem Konsortium sorgen.

Allerdings sind in den Gesprächen zwischen Magna und GM Kreisen zufolge noch einige Punkte offen. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, inwieweit das neue Opel-Unternehmen Schlüsselkomponenten wie Motoren und Getriebe von anderen Herstellern beziehen könne.

Während Magna hier auf mehr Entscheidungsfreiheit dringt, möchte GM den Einfluss auf die ehemalige Tochter nicht gänzlich aus der Hand geben und verlangt auch bei fremd entwickelten Komponenten Lizenzzahlungen.