In einem gestern veröffentlichten Schreiben wirft Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo dem Unternehmen vor, die Papiere wiederholt in betrügerischer Weise vermarktet und verkauft zu haben. Schwab habe zudem entgegen besseren Wissens seine Kunden nicht davor gewarnt, dass der Markt für ARS zusammenbrechen könnte. Schwab wies die Beschuldigungen umgehend als substanzlos zurück.

ARS (Auction Rate Securities) sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz aber in kurzen Abständen bei Auktionen neu festgesetzt wird. Die Papiere galten lange Zeit als sehr stabil im Preis. Doch im Zuge der Finanzkrise trocknete der auf 330 Milliarden Dollar geschätzte ARS-Markt abrupt aus, da sich keine Käufer mehr fanden.

Dem Schreiben zufolge zeigte sich Cuomo allerdings offen für einen Vergleich mit Schwab. Bei einer Einigung müsste der in San Francisco ansässige Broker und Vermögensverwalter die Papiere von den Investoren zurückkaufen. Ein Analyst schätzte, dass Schwab-Kunden ARS-Papiere im Wert von rund 500 Millionen Dollar (350 Millionen Euro) in ihren Depots haben.

Die Deutsche Bank hatte Anfang Juni in den USA einen Rechtsstreit endgültig beigelegt. Auch sie hatte die riskanten Anleihen verkauft. Der Vereinbarung zufolge muss das deutsche Geldhaus für rund eine Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) ARS-Anleihen zurückkaufen. Zudem akzeptierte das Kreditinstitut eine Geldstrafe von 15 Millionen Dollar (10,6 Millionen Euro).

Insgesamt verpflichteten sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bislang elf Finanzunternehmen zum Rückkauf von ARS-Anleihen im Wert von insgesamt mehr als 61 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro).