Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit der Änderung der Meldepflicht unter anderem die Labors entlasten, da bald die saisonale, also "normale" Grippezeit in der nördlichen Hemisphäre beginnt, meldet die WHO auf ihrer Website. Lediglich von Ländern, in denen das mutierte Virus H1N1 bisher noch nicht nachgewiesen wurde, erwartet die Organisation eine Auflistung erster bestätigter Fälle und dann regelmäßige Fortschreibungen.

Ferner müssten die Krankheitsverläufe weiterhin beobachtet und der WHO gemeldet werden. Regelmäßige Berichte gebe es aber nicht mehr. Stattdessen werde sich die WHO auf die Beobachtung der Ausbreitung der Influenza auf neue Länder oder Gebiete konzentrieren. Die Amerikagrippe habe sich mit "noch nie dagewesener" Geschwindigkeit verbreitet, heißt es in der WHO-Erklärung: Sie habe in weniger als sechs Wochen einen Ausbreitungsgrad erreicht, für den vergangene Epidemien mehr als sechs Monate benötigten. Die steigende Zahl der H1N1-Fälle mache eine individuelle Laboranalyse unmöglich.

Die Organisation hatte zuletzt am 6. Juli 2009 rund 94.512 Fälle und 429 Tote aufgelistet. Die Zahlen dürften in Wirklichkeit aber weit höher liegen, vermuten Experten.