Passanten fanden in dem Container tausende Kundendaten der Aachen Münchener Versicherung. In den Unterlagen standen nach Polizeiangaben unter anderem Namen, Adressen und Bankverbindungen. Der Container habe unverschlossen auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes gestanden. Die Polizei stellte ihn sicher. Sie ermittelt nun wegen nicht sachgerechter Entsorgung sensibler Daten. Die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte und die Staatsanwaltschaft seien informiert. Das Unternehmen gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Der Container stammte nach Polizeiangaben von einem Entsorgungsunternehmen. "Der war proppenvoll", sagte eine Polizeisprecherin. Der Deckel habe trotz vorhandenen Schlosses offengestanden. Nach ersten Erkenntnissen aus der Sichtung befinden sich nur Unterlagen der Aachen Münchener Versicherung in dem Container.

Ein Sprecher der Versicherung teilte mit, dass die Unterlagen wegen eines Umzugs fachgerecht entsorgt werden sollten. Damit sei ein auf Geschäftsumzüge und Datenentsorgung spezialisiertes Unternehmen beauftragt worden. "Wir sind dabei, mit dem externen Dienstleister zu klären, wie es dazu kommen konnte, dass der Abfallbehälter mit den Unterlagen am Dienstag weder bewacht noch ordnungsgemäß verschlossen war", sagte Unternehmenssprecher Andreas Krosta.

Der Auftraggeber sei in einem solchen Fall verpflichtet, dem Entsorgungsunternehmen genaue Anweisungen für den Umgang mit den Akten zu geben, sagte die Sprecherin der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten, Bettina Gayk. Bewusste Nachlässigkeit bei der Entsorgung von Akten mit sensiblen Daten könne zu einem Bußgeld von bis zu 250.000 Euro führen.

In einem ähnlichen Fall im April hatten Passanten in einem Altpapiercontainer in Aachen tausende Daten unter anderem von Telekom-Kunden gefunden. In diesem Fall laufe das Anhörungsverfahren "mit Zielrichtung eines Bußgeldes", sagte Gayk.