Die Einfuhrpreise sanken um durchschnittlich 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

"Dies war der höchste Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 1987 mit 12,6 Prozent", hieß es. Im Mai und im April hatte der Rückgang im Jahresvergleich noch bei 10,4 und 8,6 Prozent gelegen.

Grund für den drastischen Rückgang ist vor allem der Preisverfall bei Energieprodukten: Rohöl verbilligte sich um 42,7 Prozent, Benzin, Diesel und andere Mineralölerzeugnisse sogar um 44,1 Prozent.

Auch viele Nahrungsmittel konnten günstiger im Ausland gekauft werden. Getreide kostete 29,2 Prozent und Milchprodukte 14,0 Prozent weniger.

Die Importpreise gelten als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Preissenkungen kommen in der Regel verzögert bei den Verbrauchern an. Wegen der drastisch eingebrochenen Energiepreise erwarten viele Analysten, dass die Jahresteuerungsrate im Juli erstmals seit 1987 sinkt.

Sie rechnen mit einem Minus von 0,3 Prozent. Eine erste Schätzung will das Statistikamt am Mittwoch veröffentlichen.

Bei Öl und Mineralöl gab es bereits wieder spürbare Verteuerungen. Für Mineralölerzeugnisse wurde 12,5 Prozent mehr verlangt als im Mai.