Das Außenministerium in Pjöngjang bekräftigte am Montag, dass sich das kommunistische Land zwar den Forderungen nach einer Wiederaufnahme der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms nicht beugen werde. Es gebe aber "eine spezifische und dafür reservierte Form des Dialogs, in der die derzeitige Situation erörtert werden kann", wurde ein Sprecher von den staatlichen nordkoreanischen Medien zitiert.

Beobachter sahen in der Erklärung einen Aufruf an die USA zu bilateralen Gesprächen. An den Sechser-Gesprächen hatten neben Nordkorea und den USA noch China, Südkorea, Russland und Japan teilgenommen.

Jeder Versuch von irgendeiner Seite, die Fortsetzung der Sechser-Verhandlungen zu fordern, "ohne das Wesen der Angelegenheit zu begreifen, wird nicht der Entspannung helfen", hieß es in der Erklärung aus Pjöngjang. Einige Teilnehmer hätten das Ziel gehabt, Nordkorea "zu entwaffnen und kampfunfähig zu machen".

Die Spannungen in der Region hatten sich zuletzt wegen des Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete Anfang April und des zweiten Atomtests in Nordkorea am 25. Mai spürbar verschärft. Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche abgebrochen, nachdem der UN-Sicherheitsrat den Raketentest verurteilt hatte. Allerdings hatte das Land nicht das Ende seiner Dialogbereitschaft erklärt.

Das Außenministerium in Südkorea teilte mit, dass Seoul nicht gegen einen Dialog zwischen Pjöngjang und Washington sei. Zugleich rief das Ministerium das Nachbarland auf, zeitnah zu den Sechser-Gesprächen zurückzukehren. Die USA hätten versichert, Gespräche mit Nordkorea nur nach engen Konsultationen mit Seoul anzustreben.

Die USA hatten sich wiederholt dazu bereit erklärt, mit Nordkorea zu sprechen, falls das Regime in Pjöngjang im Atomstreit einlenkt und auf sein Nuklearprogramm verzichtet. Die Gespräche sollten aber möglichst im Rahmen der Sechser-Verhandlungen stattfinden.