Neben den Spekulationen um seinen Gesundheitszustand hatte Felipe Massas Unfall bereits am Samstagabend auch die Gerüchte um einen möglichen Ersatzpiloten ausgelöst. Im Zentrum: Ferrari-Berater Michael Schumacher. Der 40-Jährige hatte seine Karriere 2006 nach sieben Weltmeistertiteln, 91 Grand-Prix-Siegen und vielen weiteren Bestmarken beendet. Danach blieb er Ferrari als Testfahrer erhalten – bis zum April 2008.

Michael Schumacher fehlt zwar derzeit der für eine Grand-Prix-Teilnahme nötige Formel-1-Führerschein, die Superlizenz. Doch das wäre sicher zu regeln, und tatsächlich wollte man in seinem Umfeld ein Einspringen nicht ganz ausschließen. Ferrari werde im Verlauf der Woche sicher überlegen, wie man weiter vorgehe, sagte eine Schumacher nahestehende Person. Schumacher anzusprechen, sei dabei "eine von mehreren Optionen".

Schumachers Berater-Vertrag mit dem italienischen Rennstall läuft Ende des Jahres aus. Eine Fortsetzung des Engagements ist nicht ausgeschlossen. Mitte des Jahres solle verhandelt werden, sagte Schumachers Manager Willi Weber. Von einer Rückkehr ins Cockpit wollte Weber, der auch in Ungarn an der Strecke war, aber offiziell nichts wissen. Auf die Frage, ob auch er ein Comeback Schumachers nicht völlig ausschließen wolle, antwortete er: "Doch. Das kann ich mir nicht vorstellen."

Ferrari habe in Luca Badoer und Marc Gene zwei tolle Testfahrer, die nur darauf warteten, ins Auto gesetzt zu werden. Fraglich ist auch, ob Schumacher derzeit überhaupt die körperliche Verfassung für einen Renneinsatz mitbringt. Bei einem Sturz bei einem Motorradrennen hatte er sich angebrochene Rückenwirbel und eine Schulterverletzung zugezogen und ist seither nicht auf die Strecke zurückgekehrt.