Auch Air France-KLM steckt in heftigen Turbulenzen. Das Unternehmen hatte am Donnerstagabend in Paris einen unerwartet hohen Verlust von 426 Millionen Euro im zweiten Quartal gemeldet. Im Vorjahreszeitraum flog Air France-KLM noch einen Gewinn von 149 Millionen Euro ein. Lufthansa hatte bereits zur Wochenmitte einen Halbjahresverlust von 216 Millionen Euro vermeldet und ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt. Dank vorheriger Einsparungen konnte der Konzern trotzdem noch einen Quartalsgewinn von 40 Millionen Euro erzielen.

Die zweitgrößte deutsche Airline Air Berlin legt erst Ende August Zahlen vor. Commerzbank-Analyst Frank Skodzik sieht das Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell "in der Krise gut aufgestellt". Die Verkehrszahlen hätten sich gut entwickelt, auch die Durchschnittserlöse seien gestiegen. Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg sagt, Air Berlin könne in der Krise Kunden der teureren Airlines abschöpfen. Dennoch rechnet er bei den anstehenden Quartalszahlen mit einem Nettoverlust: "Keiner ist in dieser Krise gut aufgestellt."