ZEIT ONLINE: Was versteht man unter einem Swap-Market?

Conny Opper: "To swap" heißt nichts anderes als tauschen, ein Swap-Market ist also eine riesengroße Tauschbörse. Bei unserer Veranstaltung in Berlin haben wir die Leute aufgefordert, vorher ihre Klamotten, Accessoires oder Schallplatten in einer bestimmten Boutique vorbeizubringen und gegen so genannte Coins einzutauschen. Je nachdem wie "schön" oder wertvoll dein Gegenstand ist, erhältst du entsprechend viele "Wertmarken". Die fungieren dann als Zahlungsmittel auf dem Swap-Market.

ZEIT ONLINE: Sind viele Leute eurem Aufruf gefolgt?

Niki Pauls: Wie wir gehört haben, gab es einen riesigen Rücklauf.

Opper: Das Interesse scheint wirklich groß zu sein. Es sind richtig schöne Sachen abgeben worden, bei denen es schade wäre, wenn sie irgendwann weggeworfen würden. So hast du die Gewissheit, dass dein lieb gewonnenes Kleidungsstück von jemand anderem in Zukunft getragen wird. Das ist doch ein schöner Gedanke.

ZEIT ONLINE: In New York und London hat sich die Kultur des "Swappens" schon etabliert. Hat das etwas mit der Finanzkrise zu tun?

Opper: Ich glaube, für unsere Veranstaltung gilt das nicht. In der Berliner Partyszene hatten die Leute noch nie viel Geld - daher hat sich hier nicht viel geändert. Ich denke, den Leuten gefällt eher das Interaktive am Tauschen. Das sehen wir auch an unseren anderen Partys, die wir veranstalten: Das Nachtleben ist in der letzten Zeit sehr viel bunter, kreativer und modebewusster geworden.