Das Schweriner Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren über die Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde eröffnet. Rund 2500 Mitarbeiter seien von der Insolvenz betroffen, sagte Gerichtsdirektor Peter Winterstein. Gläubiger hätten bis zum 14. September Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Details zum Vermögen des Unternehmens wollte er nicht nennen.

Für die zuletzt in russischem Besitz befindlichen Werften war am 5. Juni trotz staatlich verbürgter Kredite in dreistelliger Millionenhöhe Insolvenz beantragt worden. Nachdem alle Versuche scheiterten, vorhandene Aufträge zu sichern und neue Investoren zu finden, hatte Insolvenzverwalter Marc Odebrecht auf der Grundlage seines Gutachtens die Eröffnung des Verfahrens empfohlen. Er hatte sich am Freitag "vorsichtig optimistisch" gezeigt, für beide Standorte einen Investor zu finden.

Für die Mitarbeiter beginnt mit dem Eintritt in die Transfer-Gesellschaften an diesem Montag die Weiterqualifikation. Sie müssen allerdings Lohneinbußen von rund 30 Prozent hinnehmen. Der Geschäftsführer der Transfergesellschaft Küste in Mecklenburg und Vorpommern, Oliver Fieber, sagte, die Gesellschaften seien Instrumente, die Investorensuche zu befördern. Deshalb werde die Qualifizierung flexibel gehalten.