Rechtsanwalt Nyan Win sagte am Mittwoch, er werde versuchen eine beglaubigte Kopie des Urteils zu erhalten und danach Berufung bei einer höheren Gerichtsinstanz einlegen. Unterdessen nahmen die Behörden in Birma eine Oppositionsaktivistin fest. Naw Ohn Hla hatte versucht Suu Kyi in ihrem Haus in Rangun, in dem sie unter Arrest steht, zu besuchen, berichteten Augenzeugen.

Ein Sondergericht in Rangun befand die Friedensnobelpreisträgerin am Dienstag für schuldig, gegen die Auflagen ihres seit Jahren andauernden Hausarrests verstoßen zu haben. Das Gericht sprach gegen Suu Kyi eine Strafe von drei Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit aus, die aber sofort in 18 Monate Hausarrest umgewandelt wurde.

Mit dem Schuldspruch nimmt die in Birma herrschende Militärjunta der Oppositionspolitikerin die Möglichkeit, vor den für nächstes Jahr versprochenen Wahlen politisch aktiv zu werden. In dem vom Westen als Schauprozess kritisierten Verfahren ging es darum, dass ein US-Bürger die 64-jährige unerlaubt in ihrem Haus besucht hatte.