1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 1:2

Meisterlicher Einstand für Felix Magath: Im Duell der Altmeister feierte der 56-Jährige auch dank Kevin Kuranyi eine gelungene Bundesliga-Premiere als neuer Trainer der Schalker. Per Doppelpack stellte der ehemalige Nationalspieler (36./50. Minute) den perfekten Saisonstart der spielerisch überzeugenden und cleveren Schalker vor 46.780 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion sicher. Die Nürnberger, für die Marek Mintal (88.) zu spät erfolgreich war, musste bei seiner Rückkehr in die Bundesliga und dem Bundesliga-Debüt von ihrem Trainer Michael Oenning Lehrgeld zahlen und warten nunmehr seit 13 Bundesligaspielen auf einen Sieg gegen den Angstgegner.

Das entscheidende Plus des Magath-Teams war die Chancenverwertung, beim FCN kamen Pech und Unvermögen vor dem gegnerischen Tor zusammen. Ohne die verletzten Jermaine Jones, Christian Pander und Vicente Sanchez, aber überraschend mit Liga-Debütant Christoph Moritz im Mittelfeld ging Schalke durch Kuranyi in Führung. Der gut aufgelegte Ex- Nationalspieler sicherte nach der Pause auch die Entscheidung für Schalke, das seit dem 0:3 im März 1999 kein Bundesligaspiel mehr gegen den FCN verloren hat.

Die erste Überraschung hatte Magath vor Spielbeginn aus dem Hut gezaubert. Nicht Lewis Holtby, der für drei Millionen Euro von Alemannia Aachen zu Schalke gewechselt war, sondern Moritz feierte im Mittelfeld sein Ligadebüt. Der 19-Jährige U 23-Spieler war vor zwei Wochen aus Aachen gekommen, trainiert erst seit einer Woche mit den Schalker Profis und muss im Training mächtig Eindruck auf Magath gemacht haben. Im Spiel fiel er allerdings kaum auf.

Weitere Überraschungen blieben bis zur Pause aus. Die Nürnberger überstanden die starke Anfangsphase der Schalker ohne Schaden und musste nur bei einem Freistoß von Ivan Rakitic (6.) bangen, doch Raphael Schäfer reagierte souverän. Mitte der ersten Halbzeit fand der FCN besser ins Spiel und sorgte vor allem durch Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier für Gefahr, Diekmeier nutzte den freien Platz auf Schalkes linker Abwehrseite zu schnellen Flankenläufen. Eine echte Chance hatte Nürnberg aber nur bei einem Kopfball von Dominic Maroh (32.).

In der starken Nürnberger Phase brachte Kuranyi nach Zuspiel von Jefferson Farfan die Magath-Elf in Führung. Nur zwei Minuten später hätte Rakitic Nürnbergs Verunsicherung zum zweiten Schalker Tor nutzen können, doch der Kroate vergab freistehend. Mit den einwechselten Holtby und Levan Kenia bemühte sich Schalke um ein schnelles zweites Tor, das Kuranyi nach Flanke von Kenia auch gelang.

Nürnbergs Offensivkräfte übertrafen sich dagegen im Chancenauslassen. Erst zögerte Mintal (49.) mit dem Torschuss, dann vergab Christian Eigler (54./58.) zweimal kläglich. Zwei Minuten vor Spielende machte es Mintal besser und staubte nach einem Pfostenknaller des eingewechselten Angelos Charisteas zum 1:2 ab.

TSG Hoffenheim - Bayern München 1:1

Bayerns neuer Star-Trainer Louis van Gaal musste nach seiner Bundesliga-Premiere mit einem Punkt zufrieden sein. Am 58. Geburtstag des Niederländers kamen die Münchner in Hoffenheim nicht über ein 1:1 hinaus und offenbarten im ersten "Highlight"-Spiel der Saison noch reichlich Steigerungspotenzial. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena brachte Neuzugang Ivica Olic die Bayern in Führung (25. Minute), Chinedu Obasi gelang noch vor der Pause der verdiente Ausgleich für die Kraichgauer (41.).

Van Gaal musste bei seinem Einstand in der Bundesliga auf die verletzten Miroslav Klose, Franck Ribéry, Martin Demichelis und Luca Toni verzichten. Für Klose stürmte der Ex-Hamburger Olic neben Nationalstürmer Mario Gomez. Im zentralen Mittelfeld schenkte der Coach etwas überraschend dem früheren Gladbacher Alexander Baumjohann das Vertrauen. Zudem standen Danijel Pranjic und Nachwuchsmann Holger Badstuber erstmals für die Süddeutschen in der Bundesliga auf dem Platz. Millionen-Einkauf Anatoli Timoschtschuk kam dagegen erst ab der 80. Minute zum Einsatz.

Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick vertraute dagegen überwiegend dem bewährten Personal aus der vergangenen Saison. Lediglich Josip Simunic stand neu im Team der Kraichgauer, in dem Stürmer Vedad Ibisevic nach halbjähriger Verletzungspause sein Comeback feierte.

Die neue Bayern-Mannschaft fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Stattdessen wirbelten die Hausherren wie in besten Vorjahreszeiten und kamen gegen die wackelige Gäste-Abwehr zu einigen guten Chancen. Dabei hatten die Hoffenheimer Pech, dass Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) einem klaren Tor von Simunic die Anerkennung verweigerte - der Kopfball des Kroaten hatte die Linie des von Michael Rensing gehüteten Tores deutlich überschritten.