Der aktuelle Deutsche Fußballmeister hat zur Eröffnung der 47. Bundesligasaison überzeugend gewonnen. Durch Treffer von Zvjezdan Misimovic (71. Minute) und Grafite (82.) gewannen die Niedersachsen gegen den VfB Stuttgart mit 2:0 und bescherten ihrem Trainer Armin Veh damit das erhoffte Erfolgserlebnis im Duell gegen seinen Ehemaligen Klub. Ein Garant für drei Punkte war auch der Torhüter Diego Benaglio, der gleich mehrfach in höchster Not retten musste. Gegen lange Zeit ebenbürtige Schwaben drohte den Wolfsburgern sogar der erste Heimpunktverlust seit dem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt vor fast einem Jahr.

Das Duell der beiden besten Rückrunden-Teams der vergangenen Saison stand zuerst im Zeichen des Meisters, doch schon bald übernahmen die Schwaben mit flüssigen Kombinationen das Kommando. Die erste Chance der Partie hatte Sami Khedira. Den Kopfball des U 21-Europameisters vom VfB nach Flanke von Pawel Pogrebnjak lenkte VfL-Keeper Benaglio mit größter Mühe an den Pfosten (16.).

Drei Minuten später verhinderte Jens Lehmann auf der Gegenseite reaktionsschnell einen Treffer von Dzeko, der sich im Strafraum energisch durchgesetzt hatte. Auch von Grafite, der vor der Partie als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden war, ließ sich der frühere Nationaltorhüter nicht überwinden (34.).

Beim VfB hatte Coach Markus Babbel überraschend die beiden Neuzugänge Pogrebnjak und Alexander Hleb in der Startelf aufgeboten - und beide erwiesen sich als Verstärkungen. Der erst in der Vorwoche als Gomez-Nachfolger verpflichtete Stürmer von Zenit St. Petersburg deutete sein großes Potenzial an und wechselte ständig die Positionen.

Eine gute Szene hatte Pogrebnjak noch in der 27. Minute, als er Benaglio mit einem Kopfball prüfte. Auch der Weißrusse Hleb zeigte viel Spielübersicht, allerdings reichte bei der Leihgabe des FC Barcelona die Kraft nur für 56 Minuten. Aufseiten der Wolfsburger konnte dagegen Neuzugang Karim Ziani im linken Mittelfeld die hohen Erwartungen im Team des Meisters noch nicht erfüllen.

"Das ist ein sehr intensives Spiel. Alle Nationalspieler machen für das erste Pflichtspiel einen guten Eindruck", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der in der VW-Arena gleich ein halbes Dutzend Länderspiel-Kandidaten beobachtete.

Im zweiten Durchgang zog der Titelverteidiger das Tempo an. Mit seiner Rettungstat verhinderte VfB-Abwehrspieler Christian Träsch in der 49. Minute das erste Saisontor von Grafite. Neun Minuten später zischte ein Distanzschuss von Marcel Schäfer knapp am Tor der Schwaben vorbei. Doch auch die Stuttgarter blieben jederzeit torgefährlich. Benaglio meisterte Schüsse von Timo Gebhart und Elson, doch dann zog Misimovic ab und ließ Lehmann keine Chance.

Weil das Auswechselkontingent schon erschöpft war, musste der VfB nach der Verletzung von Träsch die letzten zwölf Minuten mit zehn Akteuren auskommen. Später stellte sich heraus, dass sich Christian Träsch hat sich die linke Hand gebrochen hatte. Der 21 Jahre alte Verteidiger wird nun unbestimmte Zeit pausieren müssen.