Mitinitiator Philipp Ruch sagte, bevor die beiden Angebote gelöscht worden seien, habe eine "relativ unfreundliche" Anruferin aus dem Bundeskanzleramt die Künstler aufgefordert, die Auktionen zu entfernen. Ruch bot in dem Gespräch eigenen Angaben zufolge an, die Kanzlerin könne sich "für 5,6 Millionen Euro freikaufen". Daraufhin sei aufgelegt worden. Ein Regierungssprecher erklärte jedoch auf Anfrage, ein solches Telefonat habe es nicht gegeben. "Das Kanzleramt war nicht mit der Aktion befasst und wird gegen die Auktionen auch nichts unternehmen."

Die Versteigerungen von Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten die Künstler am Dienstag auf der philippinischen Seite des Auktionshauses gestartet. Mit den Einnahmen wollten sie ein Projekt zur Rettung ertrinkender Flüchtlinge im Mittelmeer und das World-Food-Programm der Vereinten Nationen unterstützen. Laut Ruch hatten weltweit mehr als 10.000 Besucher die Auktion von Angela Merkel aufgerufen. Das Höchstgebot habe 3030 Philippinische Peso (PHP/rund 45 Euro) betragen. Für Steinmeier seien rund 300 PHP (rund 4,50 Euro) geboten worden. Gestartet hatte die Auktion bei einem Preis von einem Euro oder 68 Philippinischen Pesos.

Die Versteigerung sollte laut Zentrum für Politische Schönheit "ein Zeichen gegen den inspirationslosen Wahlkampf und die Politikverdrossenheit in Deutschland" setzen.