Welche Themen sind für Deutschlands Eltern bei der Bundestagswahl wahlentscheidend? Einer Umfrage im Auftrag der Zeitschrift Eltern zufolge ist das Top-Thema für Mütter und Väter die Bildung ihres Nachwuchses: Für rund 81 Prozent der Befragten sind Bildungsfragen das Wichtigste bei der Entscheidung für eine Partei. 62 Prozent der Eltern bewerten Bildungs- und Familienpolitik als ebenso wichtig wie die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, für rund 24 Prozent sind diese Themen sogar noch wichtiger.

Zugleich sind deutsche Eltern mit dem deutschen Bildungssystem sehr unzufrieden: Die große Mehrheit der Befragten (91 Prozent) lehnen den Föderalismus in der Bildungspolitik ab und fordern eine bundesweite Vereinheitlichung des Schulsystems. Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) hadert mit dem Bildungssystem so sehr, dass sie ihre Kinder am liebsten auf eine Privatschule schicken würden – wenn sie es sich leisten könnten.

Angesichts dessen verwundert es nicht, dass sich zwei Drittel der Befragten Investitionen in Bildungs- und Betreuungsangebote wünschen – interessanterweise auch anstelle von direkten Zahlungen an Familien. Rund 81 Prozent der befragten Eltern haben ohnehin das Gefühl, dass von den jetzigen Fördermaßnahmen für Familien bei den Betroffenen nur wenig ankommt. Rund drei Viertel (74 Prozent) kritisieren, dass Finanzhilfen wieder über Abgaben und Steuern verloren gehen.

Fast drei Viertel geben an, sie hätten auch von einer Betreuungsoffensive in der Familienpolitik der Bundesregierung noch nichts bemerkt. Dafür spricht auch, dass 43 Prozent sich ein flexibleres Betreuungsangebot wünschen, mit dem sich Familie und Beruf zukünftig besser vereinbaren lassen.

Bei der Parteipräferenz der befragten Eltern spiegelt sich der allgemeine Trend aktueller Wahlumfragen der Gesamtbevölkerung wider: 35 Prozent der Mütter und Väter hätten sich für CDU entschieden, 26 Prozent für die SPD, 14 Prozent für die FDP und 13 Prozent für die Grünen. Allerdings sind Eltern offenbar größere Wahlskeptiker als der Durchschnittsdeutsche: Jeder vierte Befragte (23 Prozent) wäre nicht zur Wahl gegangen, unter den 18 bis 34-Jährigen will gar ein Drittel nicht an der Bundestagswahl teilnehmen.