Das freiwillige Siegel gebe Sicherheit, dass die damit gekennzeichneten tierischen Produkte wie Milch, Eier oder Käse weder genveränderte Bestandteile noch Spuren davon enthielten, sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner bei der Präsentation des Logos "Ohne Gentechnik". 

Das Logo zeigt ein auf der Spitze stehendes Quadrat mit der Inschrift "Ohne Gentechnik" auf grünem Hintergrund. Schon seit Anfang 2008 besteht die Möglichkeit, Lebensmittel als gentechnikfrei zu kennzeichnen. Allerdings machten die Hersteller davon bislang nur zurückhaltend Gebrauch, vor allem weil es an einem einheitlichen Siegel fehlte.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch wertete das Logo lediglich als kleinen Schritt für den Verbraucher. Es klaffe weiter eine große Kennzeichnungslücke. Wenn Tiere gentechnisch veränderte Futterpflanzen in ihrem Trog gehabt hätten, müsse dies auf Fleisch, Milch oder Eiern nicht deutlich gemacht werden, kritisierte Geschäftsführer Thilo Bode. Die Bundesregierung müsse sich in Europa für eine verpflichtende "Mit-Gentechnik-Kennzeichnung" einsetzen.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband rief die Hersteller auf, die neue Kennzeichnung zügig zu nutzen. Eine große Mehrheit der Verbraucher lehne gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab. Das Siegel sei für sie eine wichtige Entscheidungshilfe beim Einkauf, sagte Gesundheitsexperte Stefan Etgeton. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) begrüßte das Siegel ebenfalls und forderte eine ergänzende Informationskampagne des Ministeriums. Die großen Lebensmittelhändler müssten ihre Blockade gegen die Kennzeichnung aufgeben.