Das Treffen von General-Motors-Chef Fritz Henderson und Magna-Chef Siegfried Wolf stimmt den Opel-Betriebsrat allerdings zuversichtlich. "Es hat Fortschritte gegeben, aber noch keinen finalen Durchbruch", sagte der Chef des Betriebsrats Klaus Franz Nachrichtenagentur Reuters. Allein die Tatsache, dass der Opel-Mitgesellschafter GM und der Kaufinteressent Magna auf höchster Ebene versuchten, die geplante Opel-Übernahme voranzutreiben, sei als positives Zeichen zu werten. "Beide versuchen, aufeinander zuzugehen, und ich denke, dass wir Mitte kommender Woche ein Stück klarer sehen", sagte Franz.

Sollte es bis dahin keine Einigung geben, hatte der Opel-Betriebsratschef ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel gefordert. Sie und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier sollten sich dann einschalten und die Gespräche vorantreiben. Der Betriebsrat favorisiere ebenso wie die deutsche Politik den Zulieferer Magna als neuen Opel-Eigentümer. Neben Magna ist auch noch der Finanzinvestor RHJ International im Rennen, der von Teilen des GM-Managements bevorzugt wird.

Offenbar gab es bei dem Treffen von Henderson und Wolf vor allem eine Annäherung in Detailfragen. Zentrale Punkte seien laut zwei mit der Situation vertraute Personen jedoch weiter offen. Diese könnten möglicherweise nur auf höchster politischer Ebene geklärt werden.

Die RHJI besserte ihr Angebot für Opel nach. Das Unternehmen verlangt offenbar weniger Staatshilfen, wenn GM ihm die gleichen Lizenzgebühren für die Patentnutzung berechne wie Magna. RHJI wolle dann 3,6 Milliarden Euro statt der bislang geforderten 3,8 Milliarden Euro an Staatsgarantien.

Magna plant Staatsgarantien in Höhe von 4,5 Milliarden Euro ein. Das Unternehmen gab einen Verlust von 205 Millionen US-Dollar (143 Millionen Euro) für das zweite Quartal bekannt. Im Vorjahreszeitraum hatte Magna noch ein Plus von 227 Millionen Dollar erzielt. Magna-Chef Wolf versicherte, das Unternehmen stehe trotz der schwierigen Lage solide da und verfüge über Cash-Reserven von 1,7 Milliarden Dollar (1,18 Milliarden Euro).

Der Welt zufolge wird in der Opel-Treuhandgesellschaft der Ruf nach eine Verschiebung der Verkaufsentscheidung bis nach der Bundestagswahl am 27. September laut. “Dann kann die Politik mit weniger Druck agieren“, sagte ein nicht namentlich genanntes Treuhand-Mitglied dem Blatt. Der von den Ländern in die Treuhand entsandte hessische FDP-Politiker Dirk Pfeil sagte der Zeitung, das Gremium stehe stark unter dem Druck der Politik. "Ich habe den Eindruck, dass hier politische Interessen über betriebswirtschaftliche Interessen gestellt werden."

Bund und Länder hatten sich mehrfach dafür ausgesprochen, dass der Autozulieferer Magna den Zuschlag für Opel erhält. In der Treuhand bewertet man das Magna-Angebot laut Zeitungsbericht Welt aber überwiegend kritisch. Derzeit sei nicht klar, wie der Abfluss von Opel-Know-how beispielsweise nach Russland verhindert werden kann, sagte ein Treuhand-Mitglied dem Blatt.