Wer auf die Erfüllung eines Wunsches hofft, der könnte dieser Tage Glück haben. Denn derzeit kreuzt unser Planet wie jedes Jahr die Bahn des Perseidenschwarms. Unzählige Staubpartikel, die der Komet Swift Tuttle auf seiner Reise um die Sonne hinter sich herzieht, dringen dann in die Erdatmosphäre ein und bringen den Nachthimmel zum Leuchten. Abertausende Sternschnuppen regnen herunter und verglühen am Firmament. Heute Nacht erwarten Astronomen gar bis zu 100 Schnuppen pro Stunde.

Die Himmelserscheinungen heißen eigentlich Meteore, doch erzählten sich die Menschen noch vor mehr als hundert Jahren eine andere Geschichte über den Ursprung der Staubkörner im All. Die glänzenden Schweife seien gestutzte Kerzendochte, die Engel auf die Erde fallen ließen. Die Schnuppen genannten Reste stammten von den Sternen, die sich viele Menschen als leuchtende Kerzen vorstellten. Das regelmäßige Kürzen der Dochte verhindere, dass diese rußten. Und wenn die Engel nicht aufpassten, dann rieselten eben die glühenden Dochtenden als Sternschnuppen herab.

Tatsächlich sind die Meteore nur wenige Millimeter große Brocken. Die extrem schnellen Teilchen treffen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Stundenkilometern auf die Erdatmosphäre. Luftpartikel bremsen die Meteore ab, die sich durch die Reibung so stark aufheizen, dass sie verglühen und als Sternschnuppen ihre Spuren am Himmel hinterlassen. Wer sich das faszinierende Schauspiel nicht entgehen lassen will, sollte in der Nacht auf Donnerstag in der Zeit zwischen 22 Uhr abends und vier Uhr morgens den Kopf in den Nacken legen und den Blick nach oben richten. Selbst größere Feuerkugeln, sogenannte Boliden, können ihren Schweif ziehen.

Der Perseidenschwarm, der dieser Tage mal wieder auf die Erde trifft, trägt seinen Namen nach dem Sternbild Perseus, denn es scheint, als strömten die Überbleibsel des Kometen Swift Tuttle genau hier heraus. Zusammen mit den weiteren Meteorströmen, die über das Jahr verteilt auf die Erde treffen, prallt im Schnitt täglich rund 100 Tonnen außerirdisches Material auf die Schutzhülle unseres Planeten.

Wenn der Staub von Sternschnuppen erstarrt, entstehen leuchtende Nachtwolken © Veres Viktor/Nasa

Viele Sternschnuppen lösen sich übrigens nicht völlig in Luft auf, sobald sie auf die Erdatmosphäre treffen. Es bleibt immer ein wenig Staub zurück und der ist für leuchtende Nachtwolken verantwortlich, die im Sommer in hohen Breitengraden im Norden zu sehen sind. Hier in einem Streifen zwischen Berlin und Oslo erstarrt der Meteorstaub bei eisigen Lufttemperaturen von bis zu minus 150 Grad. Dabei bilden sich unzählige Eiskristalle, die dann von der Sonne angestrahlt werden und den Himmel in ein rotoranges Leuchten tauchen.

Ein bisschen Glück gehört allerdings dazu, wenn man überhaupt eine Sternschnuppe zu sehen bekommt. In Norddeutschland könnten Regenwolken die Sicht auf die Meteore trüben, südlich der Mittelgebirge sind die Aussichten etwas besser. Der erste Wunsch beim Anblick eines Leuchtstreifens am Himmel sollte wohl jener nach einer klaren Nacht sein.