Erst im November soll der Teilchenbeschleuniger LHC erneut gestartet werden. Wie das Kernforschungszentrum Cern mitteilt, wird der Protonenstrahl dann mit einer Energie von 3,5 Teraelektronenvolt durch den ringförmigen Tunnel geschickt. Das entspricht etwa der Hälfte der eigentlichen Kraft der Anlage. Konzipiert ist der LHC für eine Strahlenergie von sieben Teraelektronenvolt. Die volle Leistung wird nach gegenwärtigem Plan auch 2010 noch nicht erreicht werden.

Der LHC wurde im vergangenen September zwei Tage nach dem ersten Start wieder abgeschaltet. Eine fehlerhafte Verbindung in einem Supraleiter hatte einen Funkenschlag ausgelöst, der die Vakuumröhre des Beschleunigers verletzte. Blitzschnell strömte flüssiges Helium ein, was wie eine Explosion wirkte.

Die Cern-Techniker prüften nun 10.000 elektrische Verbindungen. Die Supraleiter waren weitgehend in Ordnung, dort fanden sich nur zwei weitere Fehler. Stattdessen wurden aber rund 80 schadhafte Kupferelemente entdeckt, die neben den Verbindungen der Supraleiter montiert sind.

Sie zeigten unerwartet hohe elektrische Widerstände. Aus Sicherheitsgründen soll der LHC deshalb zunächst nur mit geringer Leistung betrieben und dabei weiter getestet werden.

Noch im Februar hatte der Cern-Generaldirektor Rolf Heuer angekündigt, die vier Milliarden Euro teure Maschine "im Spätsommer" starten zu wollen. Der letzte offizielle Termin lautete Oktober.