Bei tropischen Stürmen und Taifunen sind in Asien mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Im bergigen Süden Taiwans löste der Taifun "Morakot" eine Schlammlawine aus, die möglicherweise bis zu 600 Menschen unter sich begrub. Das teilte der Katastrophenschutz mit. Der Kontakt zu den Opfern sei abgebrochen, man wisse nur, dass viele Häuser unter dem Schlamm verschwunden seien. Das raue Wetter mache es selbst für die Helikopter unmöglich, in dem dicht besiedelten Gebiet zu landen. Die schweren Regenfälle hätten Straßen und Brücken unterspült. Die Verluste allein in der Landwirtschaft beliefen sich auf umgerechnet 128 Millionen Dollar (90 Millionen Euro).

Offiziellen Angaben zufolge liegt die Zahl der Toten bei 15. Bereits am Freitag hatte der Taifun "Morakot" das Land erreicht. Danach traf er auf China, wo eine Million Menschen in Sicherheit gebracht wurden. Mindestens ein Kind starb, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die landwirtschaftlichen Einbußen lägen bei 322 Millionen Dollar (227 Millionen Euro). Die Philippinen meldeten den Tod von 22 Menschen.

Im Westen Japans sorgten erste Ausläufer des vom Pazifik kommenden Taifuns "Etau" seit der Nacht zum Montag für sintflutartige Regenfälle, schwere Überschwemmungen und Erdrutsche. Mindestens zwölf Menschen in den besonders betroffenen Provinzen Hyogo und Okayama starben, mehrere Menschen werden laut örtlichen Medien noch vermisst. Flüge wurden abgesagt, und Züge mussten in den Bahnhöfen bleiben. Auch einige Straßen wurden gesperrt. Mehr als 47.000 Menschen wurden nach einem Bericht des Senders NHK aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. 

Die Rettungskräfte setzten in Japan unterdessen die Suche nach vermissten Menschen fort. Unter den Todesopfern sind auch kleine Kinder, wie Medien berichteten. Mehr als 2000 Menschen suchten Schutz in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Mehrere Wohnhäuser und Geschäfte wurden von den Schlammmassen teils völlig zerstört. Straßen und Autos wurden überflutet. Auch in der Hauptstadt Tokyo wurde der Berufsverkehr wegen schweren Regens behindert. Derweil zog der Taifun weiter vor der Küste in nördliche Richtung. Meteorologen gehen allerdings davon aus, dass "Etau" am Dienstag mit 126 Kilometern pro Stunde erneut auf Zentraljapan treffen wird.

Japan, China, Taiwan und die Philippen leiden regelmäßig in der zweiten Jahreshälfte unter tropischen Stürmen und Wirbelstürmen. Sie bilden sich in den warmen Gewässern im Pazifischen Ozean aus und schwächen sich meist ab, je weiter sie aufs Festland vordringen.