Sonntag, 9. August 2009
Der Urlaub

Wir haben uns in die Niederlande abgesetzt. Endlich Urlaub! Wir sitzen in Liegestühlen an der Nordsee und machen – nichts. Wir denken nichts. Wir sind offline. Endlich mal wieder ein Buch lesen, das nichts mit empirischen Methoden, Recherche oder Sozialen Netzwerken zu tun hat. Davon hat Lene-Lotte in den vergangenen Wochen genug gelesen, der Speicherplatz war voll. Randvoll von der Lektüre für die Bachelor-Arbeit. Jetzt ist Platz für Romane, Krimis und Biografien. So macht Lesen Spaß! Im Liegestuhl am Meer, die Füße im Sand. Und ab und zu zitiert Lene sogar, allerdings nur indem sie lustige Passagen laut vorliest, ganz unwissenschaftlich - ohne Fußnoten. Die einzige Gemeinsamkeit, die die Lektüre von Trivialliteratur und wissenschaftlichen Büchern hat, ist, dass Lene den Inhalt ziemlich schnell wieder vergisst.

Bachelor-Faktor (Skala von 1 bis 10): 26 Grad Celsius
Seitenzahl: auf Seite 136 von Buch Nummer drei


Mittwoch, 11. August 2009

Das Loch

Ulla Schmidt raste mit ihrem Dienstwagen als erste hinein. Schalkes Vereinshymne war das nächste Opfer des berüchtigten Sommerlochs, das mit wenig Gehaltvollem gefüllt wird, um eine ansonsten langweilige Zeit zu überbrücken. Und jetzt ist auch Stephan hineingefallen – ins Bachelor-Loch. Die Angst, dass es zum Lebenslauf-Loch wird, war noch nie so präsent. Doch bei Stephan war abzusehen, dass er reinfallen würde. Dreizehn Wochen voller Stress, Krampf und Kampf mit der Bachelor-Arbeit liegen jetzt hinter ihm.

Da war klar, dass der Strandurlaub gleich nach dem Kolloquium eine einzige große intellektuelle Leere sein würde. Eine Woche lang nichts tun kann auch anstrengen. Wie hatte er in der "heißen Phase" die Sonne und das schöne Wetter draußen verflucht! Sich nach ein paar Momenten Ruhe gesehnt! Jetzt liegt er bei schönstem Wetter im Liegestuhl am Strand und weiß nichts so recht mit sich und der freien Zeit anzufangen.