Die Bundesregierung will die Entwicklung und Markteinführung des Elektroautos mit einem Aktionsplan voranbringen. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch einen "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität". Die Markteinführung für die ersten 100.000 E-Fahrzeuge soll 2012 über Kaufhilfen für die Autofahrer gestützt werden. Beträge und die Form der Unterstützung wurden noch nicht vereinbart. Dies soll der kommenden Bundesregierung überlassen werden.

Bis 2020 wird mit rund einer Million Elektroautos gerechnet. Bis dahin soll ein Netz von Stromtankstellen entstanden sein, das im Wesentlichen auf Ökostrom zurückgreift. Danach wird die Industrie aufgefordert, die Technik der noch unzureichenden Batterie-Kapazitäten und die Reichweiten der Fahrzeuge zügig weiterzuentwickeln.

Modellregionen für den Aufbau einer Infrastruktur für die Elektro-Mobilität sind den Angaben zufolge Hamburg, Bremen-Oldenburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart, München, Sachsen und Berlin-Potsdam. Bisher ist das Netz der Ladestationen lückenhaft.

Guttenberg und Tiefensee wiesen Darstellungen zurück, wonach die deutschen Autobauer und -entwickler den Rückstand im Rennen mit anderen Staaten nicht aufholen könnten. Es gehe dabei vor allem um die Batterie-Technik. Bei diesem Wettbewerb müsse Deutschland wieder Gas geben. Heute koste eine relativ schwere Batterie für ein Elektro-Auto 10.000 bis 15.000 Euro bei einer Reichweite von 200 Kilometern. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee forderte angesichts weltweit harter Konkurrenz, Deutschland müsse Marktführer für Elektromobilität werden.

In den nächsten zwei Jahren müssten unter anderem die Standards für Batterietechnologie und Ladestellen entwickelt werden. Die Branche der Erneuerbaren Energien hofft derweil, dass vor allem die Abnahme von Ökostrom gefördert wird.