Der Neubrandenburger Ralf Bartels gewann am Abend mit persönlicher Bestleistung von 21,37 Metern die Bronzemedaille im Kugelstoßen. Der 31-jährige Europameister hatte 2005 in Helsinki schon einmal den dritten Rang bei einer WM belegt. Weltmeister wurde Christian Cantwell aus den USA mit der Weltjahresbestleistung von 22,03 Meter. Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen kam mit 21,91 Metern auf Platz drei. Peter Sack aus Leipzig verpasste den Endkampf der besten Acht.

Bundespräsident Horst Köhler hatte das Championat in Berlin am Nachmittag für offiziell eröffnet erklärt. 1000 Sängerinnen und Sänger des Chorverbands Berlin sangen nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnenträger die deutsche Nationalhymne. Auch Bundeskanzlerin Merkel wohnte der Zeremonie auf der Ehrentribüne bei.

Den sportlichen Auftakt gab es bereits am Vormittag mit den Vorkämpfen der Läufer und Werfer. Erster Weltmeister von Berlin wurde Waleri Bortschin. Vor 100.000 Zuschauern am Brandenburger Tor gewann der Russe das 20-Kilometer-Gehen in 1:18:41 Stunden vor dem Chinesen Hao Wang (1:19:06) und dem Mexikaner Eder Sanchez (1:19:22). Lokalmatador André Höhne vom SCC Berlin belegte mit 1:21:59 Stunden Rang 14.

Auch Kenia holte sich die erste Goldmedaille. Linet Masai gewann überraschend das Rennen der Frauen über 10.000 Meter. Dabei hatte alles nach einem Sieg der Äthiopierin Meselech Melkamu ausgesehen: Im Ziel hatte sie bereits siegessicher die Arme hochgerissen, als die Olympia-Vierte Masai noch an ihr vorbeirannte und in 30:51,24 Minuten mit einer Zehntel Vorsprung gewann. Damit endete die Serie der Äthiopierinnen, die zuvor auf dieser Distanz fünfmal hintereinander den WM-Titel gewonnen hatten.

Im mit Spannung erwarteten Duell der Sprintstars setzte Tyson Gay ein erstes Ausrufezeichen. Der US-Athlet rannte im Vorlauf die 100 Meter in 9,98 Sekunden. Sein ärgster Rivale, Doppel-Olympiasieger Usain Bolt aus Jamaika, benötigte 10,03 Sekunden – allerdings gab sich der Top-Favorit betont lässig. Schnellster Sprinter der Vorläufe war Bolts Landsmann Asafa Powell mit 9,95 Sekunden.

Die Halbfinals und der Endlauf über die 100 Meter der Männer werden am Sonntagabend (19.10 Uhr / 21.35 Uhr) gestartet. Die deutschen Sprinter werden dann zuschauen müssen – sie schieden alle in den Vorkämpfen aus.

Für einen Paukenschlag sorgte dagegen Antje Möldner. Die Potsdamerin verbesserte im ersten Vorlauf über 3000 Meter Hindernis in 9:21,73 Minuten ihren eigenen deutschen Rekord gleich um fast sechs Sekunden und erreichte als Zweite souverän den Endlauf am Montag (20.30 Uhr).