Die Zukunft des Solidaritätszuschlags sorgt im Wahlkampf weiter für Streit. "Die Senkung des Solidaritätszuschlags steht nicht in unserem Programm für die nächste Legislaturperiode. Dafür gibt es leider keinen Spielraum", sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) der Passauer Neuen Presse vom Samstag.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hatte für den Fall einer umfassenden Steuerreform dafür plädiert, den "Soli" auf den Prüfstand zu stellen, und damit die Debatte losgetreten. Später erklärte er jedoch, dieser stünde bis 2019 nicht zur Disposition.

Die haushaltspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag, Gesine Lötzsch, warf ihm am Samstag vor, "im Steuersenkungswahn der CDU jede Übersicht verloren" zu haben.

Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) betonte in der Samstagsausgabe  der Berliner Zeitung, der bis 2019 vereinbarte Solidarpakt dürfe nicht angetastet werden. Eine weitere Sonderbehandlung Ostdeutschlands lehne er aber ab: "Das hat auch immer etwas Paternalistisches, das finde ich zunehmend problematisch".

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier kritisierte, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht selbst in die Debatte um den Solidaritätszuschlag eingeschaltet habe.