Einmal im Vierteljahr veröffentlicht der amerikanische Einlagensicherungsfonds FDIC seinen Bericht über die Lage der Banken. Schon vor drei Monaten war das Panorama düster: Der Fonds wies auf die stetig größeren Probleme der Geldhäuser hin, einschließlich der steigenden Anzahl an Problembanken.

Im Vergleich zu der Analyse, die der FDIC in der vergangenen Woche veröffentlichte, waren das bloß Peanuts. Besonders bedenklich ist, dass die Diagnose des FDIC in deutlichem Kontrast zu den Eigendarstellungen der Banken selbst steht. Die fallen weit schöner aus, was auch mit Bilanztricks zu tun haben dürfte.

Offiziell haben die Banken im zweiten Quartal gut verdient, mit wenigen Ausnahmen. Glaubt man hingegen dem Bericht des FDIC, hat die Branche in den USA einen Verlust von 3,7 Milliarden Dollar eingefahren. So sieht die Lage also aus, wenn man Einmalaktionen und Bewertungsanpassungen außen vor lässt.

Der Hauptgrund für die Misere sind die Abschreibungen und Rückstellungen, die die Banken vornehmen müssen. Ihr Ausmaß steigt immer noch an - und sie treffen derzeit verstärkt Finanzhäuser, die bislang eher wenig mit Problemen behaftet waren. Für Kreditkartenausfälle haben die Banken im vergangenen Quartal 4,6 Milliarden Dollar abgeschrieben. Das ist fast 85 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Bei den Industriekrediten belief sich die Summe sogar auf 5,3 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von sage und schreibe 165 Prozent.

Ein Vorlaufindikator für die Abschreibungen ist die Höhe der Kredite, die zunächst nicht mehr bedient werden. Die sind innerhalb von drei Monaten um 41,4 Milliarden Dollar angestiegen und kommen aus allen möglichen Bereichen. Der Löwenanteil der faulen Darlehen entfällt auf Wohnkredite (plus 15,4 Milliarden Dollar) und die sonstigen Immobilienkredite (plus 7,1 Milliarden Dollar). Die Banken haben sich gewappnet, indem sie neue Rückstellungen in Höhe von fast 70 Milliarden Dollar bildeten. Dennoch sank das Verhältnis von vorhandenen Reserven zu den Problemkrediten auf das tiefste Niveau seit 1991.

Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, schnellte die Anzahl der Problembanken im vergangenen Quartal von 305 auf 416 nach oben. Das sind Banken, die aus fachlicher, personeller oder finanzieller Sicht gefährdet erscheinen und von der FDIC unter besondere Beobachtung gestellt werden. Das ist besorgniserregend. Frühere Pleitebanken standen meist auf der Problemliste. Natürlich gehen nicht alle Problembanken Pleite, aber ein Anstieg ihrer Zahl um mehr als ein Drittel ist nicht sehr beruhigend.

Hinzu kommt, dass nun auch immer mehr mittelgroße Banken zu Sorgenkindern werden. Insgesamt sind in diesem Jahr schon 84 Banken unter den Schutz des FDIC gestellt worden, aber erst zuletzt kamen mehrfach Institute dazu, denen der FDIC mit mehreren Milliarden Dollar aushelfen musste. Der Fonds hat deshalb seine Mitglieder schon mehrfach dazu verdonnert, Sonderumlagen zu leisten. Dennoch sind seine Mittel immer weiter geschrumpft.