eBay kassiert für den Verkauf 1,9 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Das Internet-Auktionshaus will jedoch 35 Prozent an Skype behalten. Insgesamt wird das Telefonunternehmen bei dem Geschäft mit 2,75 Milliarden Dollar bewertet. Die Übernahme soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. 

Skype ist ein Dienst, mit dem Nutzer über das Internet telefonieren sowie über Kurznachrichten kommunizieren können. eBay hatte das Unternehmen im Jahr 2005 übernommen. Die ursprüngliche Idee hinter dem Kauf war, Skype für die Kommunikation zwischen den Kunden des Auktionshauses einzusetzen. Allerdings wurde dieser Plan nicht verwirklicht, stattdessen hatte Ebay vor einigen Jahren 1,4 Milliarden Dollar auf die Beteiligung abgeschrieben.

Das Auktionshaus will sich deswegen schon seit geraumer Zeit von Skype trennen. Zeitweise strebte das eBay auch einen Börsengang seiner Telefontochter an. Diese Pläne bleiben nun in der Schublade: Eine Gruppe um die Risikokapital-Firma Andreessen Horowitz, an welcher der Internet-Pionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen beteiligt ist, übernimmt die Mehrheit an Skype.

Für eBay ist es letztlich ein Verlustgeschäft: Der Internet-Konzern hatte Skype den beiden skandinavischen Gründern einst 2,6 Milliarden Dollar gezahlt, der Endpreis kletterte später durch Boni sogar über drei Milliarden Dollar. 

Zur Jahresmitte hatte Skype 480 Millionen registrierte Nutzer. Die Zahl der tatsächlich aktiven Kunden nennt das Unternehmen jedoch nicht. Für die hohe Kundenzahl sorgt seit Jahren auch, dass die Gespräche zwischen den Nutzern kostenlos sind. Allerdings machte dies für eBay auch schwieriger, Geld mit Skype zu verdienen.

Entgelte werden erst für Anrufe im gewöhnlichen Telefonnetz oder zusätzliche Dienstleistungen wie Mailboxen fällig. Gleichwohl steuerte Skype im zweiten Quartal des laufenden Jahres 170 Millionen Dollar (120 Millionen Euro) zum Umsatz von eBay bei – ein Plus von 25 Prozent im Jahresvergleich.

Seit einigen Monaten verfolgt Skype die Strategie, sich als allumfassende Telekommunikations-Plattform aufzustellen und verstärkt Geld mit Zusatzdiensten zu verdienen. Kern des Projekts "Skype Everythere" ("Skype überall") ist, dass die Nutzer über verschiedenste Geräte – ob Telefon, Computer, Fernseher oder Autoradio – auf den Dienst zugreifen können. Mit ersten Angeboten ist für das kommende Jahr zu rechnen. Eigene Geräte will Skype eigenen Angaben zufolge jedoch nicht entwickeln, sondern sich weiter auf die Software konzentrieren.