Eine zentrale Rolle nimmt dabei die staatliche Förderbank KfW ein, die den Geldfluss zwischen Banken und Unternehmen in Schwung halten soll. Laut einem Beschluss im "Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung" der zuständigen Bundesministerien soll die KfW den Hausbanken der Betriebe bis zu zehn Milliarden Euro als Darlehen zur Verfügung stellen.

Die Banken sollen das günstige Geld anschließend in vielen kleinen Krediten an ihre Firmenkunden weitergeben. Die Bundesregierung will damit sicherstellen, dass vor allem der Mittelstand nötige Investitionen finanzieren kann. Risiken soll die KfW dabei allerdings nicht übernehmen. Für die Hilfen nimmt der Staat keine zusätzlichen Milliarden in die Hand. Das Geld stammt aus dem "Deutschlandfonds" für notleidende Firmen, der beim Konjunkturpaket II mit 115 Milliarden Euro ausgestattet worden war.

Weiterhin stellt der Bund 7,5 Milliarden Euro an Bürgschaften bereit, um Warenlieferanten zu stützen, die sich nur noch unzureichend gegen Zahlungsausfälle versichern können. Derartige Kreditversicherungen greifen dann, wenn Kunden ihre Ware nicht bezahlen. Als Reaktion auf die steigende Zahl von Firmenpleiten weigern sich private Kreditversicherer jedoch immer öfter, Lieferungen an Unternehmen mit schwächerer Bonität abzusichern. Reduziert künftig etwa ein Versicherer seinen Schutz von 100 auf 50 Prozent, kann der Staat die fehlenden 50 Prozent ergänzen.

Schließlich möchte die Regierung auch die Exportwirtschaft entlasten. Die KfW soll Ausfuhrfinanzierern abgesicherte Exportkredite abkaufen, diese anschließend bündeln und am Kapitalmarkt veräußern, etwa an andere Banken oder Fonds. Im Gegenzug erwartet der Bund jedoch, dass Geschäftsbanken künftig mehr Exporte finanzieren.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, all diese Maßnahmen sollten sicherstellen, dass dem Mittelstand auch in schwierigen Zeiten ausreichend Geld zur Verfügung gestellt werde. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte, die bestehenden Kreditprobleme könnten sich verschärfen, wenn die Konjunktur anziehe.

In einer vom Finanzministerium in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) heißt es, eine solche Kreditklemme sei nicht ausschließen, sofern sich die Konjunktur deutlich besser als erwartet entwickeln sollte und die Banken zugleich hohe Wertberichtigungen vornehmen müssten. Davon betroffen wären vor allem das Verarbeitende Gewerbe sowie langfristige Finanzierungen.

Die Oppositionsparteien kritisierten die Beschlüsse. "Pünktlich vor der Bundestagswahl soll mit populistischen Interventionen der Eindruck erweckt werden, als könne der Staat die Finanzierungsprobleme der Wirtschaft lösen", sagte FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms. Axel Troost von der Linkspartei sagte, mit ihren Maßnahmen gebe die Bundesregierung zu, "dass ihre bisherige Strategie der Bankenrettung weitgehend gescheitert ist". Abhilfe könne nur eine Neuausrichtung im Umgang mit den Banken bringen. Jürgen Trittin von den Grünen warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Steinbrück vor, die Finanzkrise nicht wirklich in den Griff zu bekommen.