Im Mittel verloren die Aktien am Montag 6,7 Prozent ihres Wertes. Der chinesische Leitindex SSEC beendete damit den August mit dem zweitstärksten Rückgang seit 15 Jahren. Auslöser für den Kursrutsch waren erneut Sorgen, die Regierung in Peking könnte ihre Politik des lockeren Geldes eingrenzen.

Erstmals seit sechs Monaten reduzierten deshalb chinesische Fondsmanager ihre empfohlenen Anteile am Aktienmarkt. Einige Investoren bezeichneten auch die große Zahl an Börsengängen als Risiko. In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Börse in Shanghai gestützt auf reichliche Geldmittel und ein Anziehen der Wirtschaft noch um 60 Prozent zugelegt.

Die Kursverluste hatten auch Auswirkungen auf andere Handelsplätze. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um 1,9 Prozent und schloss bei 19.724 Zählern. Im August gab das Börsenbarometer insgesamt um 4,1 Prozent nach – der erste Rückgang seit sechs Monaten. Der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland verlor 1,4 Prozent auf 11.278 Punkte.

Auch in Deutschland zeigte sich die Wirkung des Shanghaier Kursrutsches. Bis zur Mittagszeit fiel der Dax in sehr ruhigem Geschäft um 0,69 Prozent auf 5480 Zähler, erholte sich damit aber von seinem bisherigen Tagestief von 5438 Punkten.

Unter den Aktienhändlern wurde mit einer stärkeren Wirkung gerechnet. "Der Markt leidet vor allem unter dem kräftigen Kurseinbruch in China, aber er hält sich dennoch erstaunlich stabil", sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank.

Auch der Ölpreis fiel am Montag. Das Barrel der US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,60 Dollar auf 71,18 Dollar. Die Nordseesorte Brent wurde zu 71,09 Dollar gehandelt und damit 1,70 Dollar günstiger als im späten Freitagsgeschäft.

Vor allem der Kurseinbruch in China mache die Investoren vorsichtiger, sagten Händler. "Ich bin mir sicher, dass sich die schwächeren Aktienmärkte direkt im Ölpreis niederschlagen", sagte Christopher Bellew von Bache Commodities in London. Anleger nähmen verstärkt wieder wirtschaftliche Risiken in China wahr und hinterfragten die Wachstumsrate und den Energiebedarf des asiatischen Staates, betonte Rohstoffstratege Daniel Liu von MG Global Singapore.