Mit wohl keinem andere Gesetz rühmen sich die Grünen so gerne wie mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Und tatsächlich: Der Erfolg ist kaum von der Hand zu weisen: Der Anteil regenerativer Energien an der Stromerzeugung liegt inzwischen bei mehr als 15 Prozent. Das liegt in erster Linie an den lukrativen Einspeisevergütungen, die das EEG gesetzlich garantiert. Wer Ökostrom produziert, darf ihn ins öffentliche Stromnetz einspeisen und bekommt per Umlageverfahren eine Vergütung pro Kilowattstunde gezahlt. Die Höhe der Sätze variiert je nach Stromquelle, also Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse. Seit dem Jahr 2000 gibt es das EEG, in den vergangenen Jahren wurden die Vergütungssätze immer wieder varriert und angepasst.

Natürlich haben die Grünen Recht: Auch andere Länder setzen auf die sogenannten "Feed-in Tariffs", also Einspeisevergütungen.
Doch Deutschland geht einen Sonderweg, vor allem bei der Förderung von Solarstrom: Andere Länder haben in der Regel Deckelungen eingeführt, etwa indem die installierte Leistung, die gefördert wird, nach oben hin begrenzt ist. Beispiel Spanien: Wegen der lukrativen Vergütung wurden dort im vergangenen Jahr laut Angaben der spanischen Energieagentur CNE rund drei Gigawatt neu ans Netz gebracht wurden. Das wurde den Spaniern offenbar zuviel und unbezahlbar: Das novellierte spanische Einspeisegesetz deckelte vergangenen Herbst die geförderte Leistung auf 500 Megawatt. Der Markt brach darauf ein, die gesamte Photovoltaikbranche geriet weltweit ins Trudeln.

"Andere Länder haben entweder eine Deckelung eingeführt oder es gibt bürokratische Hindernisse, die ein Überhitzen des Markts verhindern", sagt Photon-Experte Bernd Schüßler. "Im Unterschied zu Deutschland erlaubt kein anderes anderes Land den unbegrenzten Zubau."


Der Bundesregierung wird offenbar auch inzwischen ein wenig mulmig, wenn sie sich die aktuelle Solarstromförderung anschaut. Photon zitierte kürzlich eine Mitarbeiterin des Bundesumweltministeriums: "Mir wird Angst und bange", sagt sie, "was passiert mit den Gigawatt aus Spanien? Ich habe die große Befürchtung, dass wir einen starken deutschen Markt bekommen, und das vor dem Hintergrund des novellierten EEG."