Unter seinem Vorsitz verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) zum Abschluss eines eintägigen Sondergipfels in der libyschen Hauptstadt Tripolis eine Erklärung, in der sie geloben, ihre Konflikte künftig ohne fremde Hilfe zu lösen. Zu diesem Zweck solle die AU stets Beobachter und Schutztruppen bereithalten, hieß es. Er warf neben Israel auch anderen "ausländischen Mächten" vor, sich massiv in afrikanische Belange einzumischen und Afrikas Ressourcen plündern zu wollen.

Gadhafi hatte geplant, heute Abend mit internationalen Gästen den 40. Jahrestag der Revolution zu feiern, die ihn am 1. September 1969 an die Macht gebracht hatte. Zuvor hatte er vor den Teilnehmern des AU-Gipfels erklärt, ein Beweis für die Einmischung in afrikanische Angelegenheiten sei die Tatsache, dass Rebellen aus der sudanesischen Krisenregion Darfur eine Interessenvertretung in Israel eröffnet hätten.

Bei den Feiern in Libyen sind viele westliche Staaten nur auf Botschafter-Ebene vertreten. Frankreich schickt den Staatssekretär für Entwicklungshilfe, Alain Joyandet. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der vergangene Woche Gadhafis Gast gewesen war, nimmt an den Feierlichkeiten nicht teil.

Libysche Oppositionelle mit Sitz in London nahmen den Jahrestag unterdessen zum Anlass, um zum Umsturz aufzurufen. Sie erklärten, Gadhafi sei schuld daran, dass Libyen in seiner Entwicklung "zurückgeblieben" sei.