"Auch wenn es nur eine Stimme Mehrheit im Bundestag gibt, werden Union und FDP eine Koalition eingehen", versicherte Angela Merkel am Dienstag bei der Aufzeichnung der Münchner Runde des Bayerischen Rundfunks. Sie reagierte damit auch auf Forderungen von Westerwelle, der von Merkel wiederholt Klarheit in der Koalitionsfrage verlangt hatte.

Als Grund für die Bildung eines Regierungsbündnisses mit der FDP nannte Merkel auch die Lage der SPD. Die Sozialdemokraten würden nach der Bundestagswahl mit Sicherheit über ihren künftigen Kurs streiten. Wie sich schon jetzt zeige, würden starke Kräfte versuchen, die Partei wieder auf einen Linkskurs zu bringen.

Die CDU-Chefin warf der SPD vor, im Wahlkampf eine "Rote-Socken-Kampagne gegen Schwarz-Gelb" führen zu wollen. "Das wird nicht funktionieren." Mit Sachsen würden Union und FDP bald in sechs Bundesländern gemeinsam regieren. Diese Länder seien, was zum Beispiel die Zahl der Arbeitslosen angehe, in einer besseren Lage als andere.

Sie zweifelte auch an, dass Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in der SPD wirklich den Kurs vorgeben könne. "Ich kann nicht beurteilen, wer in der SPD wirklich das Sagen hat", sagte Merkel der Leipziger Volkszeitung. "Herr Steinmeier hält sich ja auch hinreichend bedeckt – dabei muss er nach diesem Sonntag mehr Rücksicht denn je auf den linken Flügel um Herrn Wowereit und Frau Nahles nehmen." Das sei für Deutschland, insbesondere in Zeiten der Krise, nicht gut.

Merkel ist weiterhin überzeugt, dass die Union im Bundestagswahlkampf die richtige Strategie verfolgt. "Insgesamt sind wir auf einem guten Weg", sagte sie. Klar sei, dass in der Endphase des Wahlkampfs um jede Stimme gekämpft werden müsse.