Auch Gongini nimmt das Thema Green Fashion äußerst ernst, was sie aber nicht davon abhält, es auf dem Laufsteg ironisch zu brechen: die Schuhe ihrer Models hat sie mit einer ultradünnen, schwarzen Folie umwickelt, die aussieht wie eine zerrissene Mülltüte, eine große Kunststoff-Tasche baumelt wie ein großer Abfall-Sack am Arm. Als Highlight schickt Gongini eine "schwarze Braut" über den Laufsteg, eingehüllt in eine Wolke aus verschlungenen Schals und Tüll.

"Beim Design mache ich keine Kompromisse", sagt Gongini. "Wenn ein paar Materialien nicht ganz den Standards entsprechen – was soll’s!" Immerhin, drei Viertel ihrer in Kopenhagen gezeigten Kollektion entsprechen den Vorgaben der Gruppe. Gongini verwendet keine ökologisch produzierten Stoffe, sondern hat den Großteil ihrer Materialien aus Beständen des Roten Kreuzes bezogen und dann umgearbeitet. Die Idee der Transformation und der Dekonstruktion faszinieren sie: "Wie viele Leben hat ein Kleidungsstück, das beschäftigt mich", sagt die Designerin.

Auch Magdalena Schaffrin hat darüber schon nachgedacht. Am liebsten würde sie den Kreislauf der Kleidung wieder in ihrem eigenen Laden schließen. "Ich würde meinen Kunden gerne anbieten, dass sie ihre Röcke und Hosen wieder bei mir zurückbringen können, wenn sie sie nicht mehr mögen."