Konzernchef Karl-Gerhard Eick will sein Unternehmen mit staatlicher Hilfe sanieren. Den Metro-Vorschlag Kaufhof und Karstadt zu fusionieren lehnte er ab: "Der Vorschlag von Metro scheint mir derzeit eher ein taktisches Manöver und Störfeuer auf der politischen Bühne zu sein", sagte der Arcandor-Chef der Süddeutschen Zeitung. Eine Fusion würde der angeschlagenen Karstadt-Mutter im Moment auch nicht weiterhelfen. "Arcandor braucht eine staatliche Bürgschaft – und dafür kämpfe ich."

Aber Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht in Arcandor momentan keinen Fall für staatliche Bürgschaften. Dem Handelsblatt sagte er: "Die Bundesregierung wird nicht jedem Unternehmen Bürgschaften oder Kredite gewähren können." Helfen wolle der Staat über seinen Wirtschaftsfonds Deutschland nur denen, die durch die Finanzkrise vorübergehend betroffen seien, ansonsten aber ein tragfähiges Geschäftsmodell hätten. Bei Arcandor könne er "bislang" nicht erkennen, dass der Konzern diese Bedingung erfülle. "Der Bund muss hart bleiben und immer wieder auch Nein sagen", merkte er ganz allgemein an.

Arcandor führt derzeit Gespräche über öffentliche Bürgschaften von 650 Millionen Euro sowie Kredite der Staatsbank KfW. "Wenn wir die Bürgschaft nicht erhalten, stünde Arcandor vor der Insolvenz", betonte Eick. "Das ist die zwangsläufige Alternative." Die Hilfe der Regierung sei auch Voraussetzung für die nötige Kapitalerhöhung von 100 Millionen Euro. Ohne Staatsbürgschaften würde dies "alles nicht bringen".

Metro-Chef Cordes warnt vor Staatshilfen

Metro-Chef Eckhard Cordes sieht das anders und machte am Wochenende Front gegen Staatshilfen für den Rivalen. Er hatte mehrfach öffentlich Bedenken gegen die von Arcandor erbetenen Staatshilfen geäußert. Staatliche Eingriffe bei einem Wettbewerber würden die Metro benachteiligen. Stattdessen sollten sich die Konkurrenten Karstadt und Kaufhof zusammenschließen.

Cordes Fusionsplan hat den um sein Überleben kämpfenden Arcandor-Konzern unvorbereitet getroffen. "Bisher hat sich bei mir niemand gemeldet", sagte Eick dem Blatt. "Geschweige denn, dass uns ein Konzept vorliegt." Auf längere Sicht hält es der frühere Telekom-Finanzchef allerdings für sinnvoll, ein Zusammengehen der beiden Ketten zu prüfen. In der gegenwärtigen Situation, in der Arcandor um seine Existenz ringe, sei dies aber keine Option.

Die Kaufhof-Mutter Metro bleibt zuversichtlich und signalisierte am Montag Verhandlungsbereitschaft in Hinblick auf Karstadt. "Wir erwarten, dass es in den nächsten Tagen Gespräche mit der Politik gibt", sagte ein Metro-Sprecher in Düsseldorf. Konzernchef Eckhard Cordes habe sich mit einem Brief bereits an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gewandt. Es gehe darum, das Warenhaussegment in Deutschland zukunftsfest zu machen und Arbeitsplätze zu sichern.