Die Smartphones von Blackberry lassen sich ohne großen Aufwand als einfache Diktiergeräte verwenden. Wer die Sprachdateien auf seinem PC weiterverarbeiten will, muss allerdings ein wenig Software nachrüsten. Vor allem dann, wenn er unterwegs und nicht am heimischen Computer arbeitet und nicht viel Geld ausgeben will.

Der integrierte Sprachrekorder reicht für ein paar schnelle Memos oder die spontane Aufzeichnung eines Interviews in ruhiger Umgebung völlig aus. Tipp: Da die Sprache über das normale Telefonmikrofon aufgenommen wird, das Gerät immer mit der Unterseite in Richtung Gesprächspartner gerichtet auf den Tisch legen oder halten.

Die Aufzeichnung mit der Dateiendung ".amr" landet automatisch im Medienordner des Blackberrys unter "Sprachnotizen". Sie kann aber nur auf dem Gerät abgehört werden, editieren ist nicht möglich. Selbst die Media-PC-Software von Blackberry ("Roxio") kann nichts mit den Dateien anfangen.

Da hilft nur noch ein kleiner Trick. Nach Auswahl der Datei im Ordner einfach das Blackberry-Menü öffnen und mit "Send as E-Mail" eine Mail an die eigene E-Mailadresse (oder eine Web-Mail-Adresse oder die Sekretärin) schicken. Das Sprachfile wird automatisch angehängt.

Mit Apples Quicktime-Player lässt sich das amr-Format dann ohne weitere Konvertierung zumindest anhören. Quicktime in der kostenlosen Version erlaubt aber keine Umwandlung in ein anderes Format wie mp3 oder Microofts .wav für den Mediaplayer. Dafür bietet sich der Miksoft AMR-Converter an. Er ist kostenlos bei Miksoft zu beziehen.

Die sehr simpel gehaltene Software verwandelt die .amr-Files auf Wunsch in mp3 oder wav-Files. Die wiederum lassen sich dann bequem mit der kostenlosen Web-Anwendung f4web von Audiotranskription.de weiterverarbeiten. F4web bietet zahlreiche Komfortfunktionen, die sonst nur teuren Business-Programmen vorbehalten sind, von Vor- und Rückspulen bis hin zu einem optionalen USB-Fußschalter, der natürlich nicht kostenlos erhältlich ist. Als f4audio ist auch eine kostenlose PC-Version erhältlich, eine Spende von zehn Euro an den Entwickler ist (tatsächlich) freiwillig.

Aus gegebenem Anlass noch einmal ein allgemeiner Hinweis an dieser Stelle: Software wie der AMR-Konverter von Miksoft wird auch auf diversen anderen Webseiten zum "kostenlosen" Download angeboten. Nicht selten verstecken sich dahinter aber geschickt getarnte Abonnement-Fallen und Abzockerseiten, die nach einer E-Mailadresse und Privatangaben fragen. Nach wenigen Wochen werden dann gesalzene Rechnungen verschickt, weil man angeblich einem völlig überteuerten Service mit 24 Monaten Mindestlaufzeit beigetreten ist. In den vergangenen Monaten sind solche Seiten wie Pilze aus dem Boden geschossen.