Von zentraler Bedeutung sei für ihn die Befragung des BND-Mitarbeiters an diesem Donnerstag, hatte der SPD-Politiker Michael Hartmann vor einer Woche behauptet. Tatächlich kommt diesem Mann, der seinen Dienst während des Irakkrieges in der BND-Zentrale in Pullach tat, eine besonderes Gewicht zu. Er stellte gewissermaßen die Schnittstelle zwischen dem BND und den Amerikanern da. Das gleiche gilt für den deutscher Verbindungsmann namens Gardist, der im amerikanischen Hauptquartier in Katar saß, und der ebenfalls am Donnerstag von dem BND-Untersuchungsausschuss befragt wurde. 

Vor allem der Mann aus Pullach entschied darüber, welche der Informationen, die die während des Irak-Krieges in Bagdad stationierten deutschen Geheimdienstmitarbeiter gesammelt hatten, an die Amerikaner weitergegeben wurden.

Wäre der Untersuchungsausschuss ein normal arbeitendes Gremium, hätte man sich von der aktuellen Sitzung wohl tatsächlich einigen Aufschluss erhoffen dürfen.

Doch viele Hindernisse erschweren die Aufkärung. Zum einen findet die Befragung komplett geheim statt. Journalisten können sich also kein eigenes Bild machen. Zudem dürfen auch die Ausschussmitglieder nach der Sitzung nur allgemein aus den Befragungen berichten. Weil das Mitglied der Linkspartei, Norman Paech, Medienberichten zufolge zu offenherzig geplaudert hatte, gab es am Donnerstag einen heftigen Streit zwischen den Mitgliedern.

Die Arbeit wird auch daduurch erschwert, dass in den Akten, die den Mitgliedern vor den Sitzungen zugingen, wichtige Passagen geweißt sind. So beispielsweise die Anfragen der Amerikaner. Hätte man diese, könnte man natürlich einfacher entscheiden, inwiefern kriegswichtige Informationen zumindest gewünscht wurden.

Hinzu kommt natürlich das politisch Interesse der Ausschussmitglieder. Die SPD will ihre einstige Anti-Kriegspolitik nicht in Frage stellen lassen, die Opposition will genau das tun, auch um den Kanzlerkandidaten der SPD, Frank Walter Steinmeier, zu diskreditieren. Die CDU ist in dieser Frage unentschlossen. Halb fällt sie in die Oppositionsrolle zurück, die sie im Bundestag 2003 noch ausübte, halb gibt sie den loyalen Koalitionspartner.

Insofern war es wenig erstaunlich, dass, als die Ausschussmitglieder nach mehreren Stunden ihren geheimen Raum verließen, ihre Statements sich dennoch anhörten, als habe man diese schon hundertmal gehört.