Zwei Menschen starben bei der gruppentherapeutischen Sitzung des Arztes und Therapeuten Garri R. in Berlin-Hermsdorf, ein weiterer liegt im Koma. Garri R. hatte seinen Patienten "psychoaktive" Substanzen verabreicht. Welche das im Einzelnen waren, ist noch unklar.

Nach Angaben der Polizei soll der Mediziner in Deutschland verbotene Amphetamine (Ecstasy) eingesetzt haben. Diese starken Aufputschmittel können zu Kreislaufstörungen und sogar zum Herzversagen führen, sagt die Charité-Psychiaterin Isabella Heuser. Amphetamine könnten zudem erklären, warum einige der Patienten von Garri R. hochgradig erregt waren, als Notärzte und Feuerwehr am Sonnabend in der Praxis eintrafen.

Denkbar ist auch der Einsatz weiterer Substanzen. Garri R. war Anhänger des Schweizer Psychiaters Samuel Widmer. Der propagiert den Einsatz "legaler" Drogen in der Psychotherapie, nachdem das Halluzinogen LSD und das Aufputschmittel MDMA (Ecstasy) auch in der Schweiz verboten wurde. Vor allem Ketamin und Ephedrin hätten sich als "genügend brauchbar" erwiesen, teilt Widmer auf seiner Webseite mit.

Während Ephedrin auch in höherer Dosierung kaum lebensgefährlich ist, kann das Narkosemittel Ketamin durchaus zum Tod führen. Ketamin erzeugt Halluzinationen und kann zu Erregungszuständen führen, aber es wirkt auch auf Opiatrezeptoren im Gehirn. Über diese Andockstellen auf den Nervenzellen werden Schmerzen gelindert.

In hoher Dosis kann jedoch die Atmung unterdrückt werden, sagt Christoph Stein, Anästhesist an der Charité. Eine solche Atemdepression kann tödlich sein. Die Substanz kann gespritzt, geschnupft oder geschluckt werden.