Einen Tag nach Eröffnung seines ersten Atomkraftwerkes hat Iran erstmals eine Drohne aus eigener Produktion vorgestellt. Der unbemannte Flugkörper mit dem Namen "Karar" (Angreifer) sei vier Meter lang und könne mit einer "größeren Menge Sprengstoff" sein Ziel ansteuern, berichtete die Agentur Fars.

"Diese Drohne kann ein Botschafter des Todes für die Feinde der Menschheit sein. Zugleich kann sie aber auch ein Bote der Rettung, des Friedens und der Freundschaft sein", sagte Präsident Mahmud Ahmadineschad . Erst am Samstag hatte Iran mitten im Dauerstreit um sein Atomprogramm das von Russland gebaute Atomkraftwerk in Buschehr in Betrieb genommen.

Bei einer Feierstunde zum Tag der Nationalen Rüstungsindustrie sagte Ahmadineschad weiter, die iranischen Streitkräfte wollten nicht als Aggressor auftreten, "aber sie sollten so stark sein, dass jedem Aggressor die Hand abgehackt werden kann, noch bevor dieser in Aktion tritt", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Mehr.

Die Fortschritte in der iranischen Rüstungsindustrie müssten dazu führen, dass "alle Waffen unserer Feinde", die gegen Iran gerichtet seien, unschädlich gemacht werden könnten, sagte Ahmadineschad. Hintergrund der militärischen Aktivitäten sind Spekulationen über einen möglichen israelischen Luftangriff gegen Nuklearanlagen in Iran.

Erst vor wenigen Tagen hatte Iran eine neue Generation von Boden-Boden-Raketen getestet, das Verteidigungsministerium sprach von einem großen Schritt in der Raketenentwicklung. Weitere Tests folgten in Kürze, kündigte das Ministerium an. Bei einem Militärmanöver im April im Persischen Golf hatten bereits die Revolutionsgarden Raketen aus iranischer Produktion getestet. Anfang August präsentierte die iranische Kriegsmarine vier neue leichte U- Boote. Die Schiffe der "Kadir"-Klasse seien vollständig im eigenen Land hergestellt worden, hieß es. Sie sollen Torpedos und Raketen abfeuern können.

Die Islamische Republik Iran ist eine hochgerüstete Regionalmacht. Mit zusammen 523.000 Mann bei der regulären Armee und Revolutionsgarden unterhält der Gottesstaat die zahlenmäßig größte Streitmacht im Nahen und Mittleren Osten. Zudem kann Iran im Kriegsfall bis zu eine Million Kämpfer der Volksmiliz mobilisieren. Von der Schahab-3-Rakete, die angeblich 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen kann, soll es bereits etwa 50 geben.

Drohnen gehören in vielen Ländern zum Arsenal der Streitkräfte. Die sogenannten unbemannten Fluggeräte sind mit modernster Elektronik ausgestattet und können unterschiedliche militärische Aufgaben übernehmen. Das Spektrum reicht von der Überwachung von Konfliktgebieten über die taktische Aufklärung bis zur Erfassung und Zerstörung gegnerischer Ziele. So gibt es regelmäßig Berichte über US-Drohnenangriffe gegen Stellungen von Aufständischen in Pakistan mit Toten und Verletzten.