Niedersachsen will als erstes Bundesland von 2012 an islamischen Religionsunterricht als reguläres Fach an Schulen mit ausreichend muslimischen Schülern einführen. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir im übernächsten Schuljahr damit beginnen können", sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch in Hannover, wo er eine Islamstunde in einer Grundschule besuchte.

Bislang wird islamische Religion als Modellversuch an 42 Grundschulen im Land unterrichtet, rund 2000 Kinder nehmen daran teil. Sobald ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen, solle der Unterricht auch an den weiterführenden Schulen eingeführt werden, sagte Althusmann. "So weit sind wir aber noch nicht."

Eingerichtet wurde das Fach 2003 als Modellversuch. Auch in anderen Bundesländern gibt es nach Angaben des Ministeriums ähnliche Projekte. So werde in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ebenfalls ein konfessioneller Unterricht angeboten. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gebe es dagegen das nicht-konfessionelle Fach Islamkunde.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland begrüßte die Anstrengungen des niedersächsischen Kultusministeriums. "Wir bemühen uns um eine bundesweite Einführung", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats, Yakup Tufan, am Mittwoch in Köln.

Bislang fehlt Staat und Ländern dazu aber ein anerkannter Ansprechpartner, der die Inhalte eines regulären Islamunterrichts festlegen könnte. "Darüber müssen sich die muslimischen Verbände verständigen, und es muss unseren staatlichen Vorgaben entsprechen", sagte Althusmann.