Auf der Suche nach Anhaltspunkten für geplante Anschläge durchsuchten die Ermittler zeitgleich mehrere Häuser. In Antwerpen nahmen sie sieben Personen fest, im niederländischen Amsterdam drei und in Deutschland eine Person. Die Verdächtigen hatten laut belgischer Staatsanwaltschaft belgische, niederländische, marokkanische und russische Staatsangehörigkeit. In Brüssel nahmen Polizisten etwa 20 Verdächtige vorläufig fest. 

In Nordrhein-Westfalen griffen Fahnder einen Mann auf, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorlag. Der 31-jährige Russe habe keinen Widerstand geleistet, teilte die Aachener Staatsanwaltschaft mit. Die deutsche Justiz will ihn nach Belgien ausliefern. 

Die Rechtshilfe der deutschen Polizisten für die Belgier habe nichts mit der Sicherheitslage in Deutschland zu tun, hieß es vom Bundesinnenministerium. Insgesamt stehe das Vorgehen der Belgier "in keinem Kontext mit der derzeitigen Gefährdungssituation in Deutschland". Den Zugriff in Amsterdam habe eine belgische Sicherheitsbehörde veranlasst, hieß es von der niederländischen Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen der belgischen Justiz richteten sich gegen "den internationalen Dschihad-Terrorismus", sagte eine Sprecherin der belgischen Staatsanwaltschaft. Die Festgenommenen werden beschuldigt, im Auftrag einer internationalen islamistischen Gruppe über die islamistische Internetseite Ansar el Mudschahedin einen Anschlag in Belgien geplant zu haben. Das genaue Ziel der Attacke habe jedoch noch nicht festgestanden, doch hätten die Hinweise ausgereicht, um die Durchsuchungen anzuordnen. 

Die Männer stehen außerdem im Verdacht, Jugendliche für den Kampf in Tschetschenien angeworben zu haben. Auch sollen sie die dortige islamistische Terrorbewegung Kaukasus-Emirat finanziell unterstützten. Auch der in Aachen Gefasste soll laut einer Polizeisprecherin jugendliche Dschihadisten angeworben haben. Die in Brüssel Verhafteten werden verdächtigt, radikalislamische Kämpfer für Einsätze in Afghanistan und dem Irak angeworben zu haben.

Die Razzien resultierten aus Ermittlungen, die bereits 2009 begannen. Im Laufe der Ermittlungsverfahren entschloss sich die Polizei, die Häuser zu durchsuchen. Die Festgenommenen sollten noch im Laufe des Dienstags einem Haftrichter vorgeführt werden. Im Zuge der Ermittlungen hatten die Fahnder bereits in Spanien, Marokko und Saudi-Arabien Verdächtige festgenommen.