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Die Eurokrise schwillt ab

Die 2011 beschlossenen Maßnahmen zum langfristigen Schuldenabbau und einer engen wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit haben die Lage der Währungsgemeinschaft erst einmal beruhigt. Zwar schwelt die Schuldenkrise weiter. Aber vorerst droht keinem weiteren der hoch verschuldeten Länder, dass es unter den Euro-Rettungsschirm kriechen muss. Die Errichtung des Dauerstabilisierungsfonds ESM und dessen massive Aufstockung macht den Spekulanten auf den Finanzmärkten klar, dass ein neuer Angriff auf Länder wie Italien oder Spanien keinen Zweck hat.

Hinzu kommt, dass in Athen ebenso wie in Rom nun neue Ministerpräsidenten regieren, die ernsthafte und grundlegende Reformen angehen. Auch das trägt zur Beruhigung bei.

Dennoch kommen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone regelmäßig zusammen, um die Krise klein zu halten und weitere Schritte in Richtung Fiskalunion zu unternehmen. Daraus entsteht faktisch die von Frankreich schon lange angestrebte gemeinsame Wirtschaftsregierung, gegen die sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht länger sträuben wird. Überschattet wird dies alles jedoch vom zunehmenden Streit mit Großbritannien, das die Pläne der Festland-Europäer torpediert, wo es nur kann.

(Ludwig Greven)