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Guttenberg kehrt zurück - mit einer neuen Partei

"Vorerst gescheitert" – der Titel seines Interviewbuchs, mit dem Karl-Theodor zu Guttenberg im Herbst sein Comeback einleitete, hatte schon alles gesagt: Der als Plagiator überführte ehemalige Verteidigungsminister drängt in die Politik zurück. 2012 kehrt er – nach mehreren gefeierten Vorträgen in den USA und einer Reihe vertraulicher Gespräche – nach Deutschland zurück. Versuche, wieder in der CSU Fuß zu fassen, scheitern am Widerstand von Parteichef Horst Seehofer und anderen CSU-Politiker.

Bei "Günther Jauch" verkündet Guttenberg schließlich, dass er sich an die Spitze einer neuen Partei setzen will. Konservativ soll sie sein, nicht rechts, ein bisschen eurokritisch, aber nicht zu sehr, und sie soll die "guten alten deutschen Tugenden" verkörpern. Damit möchte er die "Mitte" besetzen, welche CDU und CSU seiner Ansicht nach geräumt haben.

Unterstützer findet Guttenberg in dem ehemaligen SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, einer Reihe Konservativer aus der CDU, die seit Langem mit dem Kurs ihrer Vorsitzenden Angela Merkel unzufrieden sind sowie FDPlern, die jede Hoffnung in ihre Partei aufgegeben haben. Der frühere Unions-Fraktionschef und Merkel-Rivale Friedrich Merz bekundet dagegen, dass er an einer neuen Partei kein Interesse hat. Auch Thilo Sarrazin möchte lieber in der SPD bleiben.

(Lisa Caspari)