Der Leopard 2 ist eine Erfolgsgeschichte. Der von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) als Generalunternehmer und zahlreichen anderen Rüstungsfirmen gebaute Panzer gilt als Nonplusultra des Schlachtfeldes, als bester Kampfpanzer der Welt. Der Leopard entwickelte sich zum Standardpanzer der Nato. Für die Bundeswehr und ihre Verbündeten stellten die Rüstungsschmieden Tausende Exemplare her.

Dutzende Unternehmen in Deutschland verdienten über Jahrzehnte viel Geld mit dem Leo – darunter auch viele kleine Firmen. Rund die Hälfte der Wertschöpfung im deutschen Rüstungsgeschäft findet beim Mittelstand statt. Darunter sind hoch spezialisierte Firmen, die Winkelspiegel für gepanzerte Fahrzeuge herstellen, Funktechnik oder spezielle Scheinwerfer.

Viele dieser Betriebe haben ein ziviles und ein militärisches Standbein. Für die Produktion des Leopard 2 liefern Dutzende deutsche Firmen Teile zu. Die namhaftesten Hersteller von Heeresbedarf in der Bundesrepublik arbeiten dem Generalunternehmen Krauss-Maffei Wegmann zu: Rheinmetall , Diehl, MTU, Renk, Carl Zeiss und andere Rüstungsfirmen sind involviert. An den Unternehmen, die den Leopard-Panzer herstellen, sind zudem Banken und große Finanzdienstleister beteiligt: Der Leopard 2 ist damit ein Produkt der "Deutschland AG" – und der Stolz der deutschen Rüstungswirtschaft.

Exportschlager der deutschen Rüstungsindustrie

Der Panzer stelle ein Produkt des wehrtechnischen Mittelstands dar, schwärmen Lobbyisten in Berlin . Sie versuchen, die Politik von immer weiteren Exportgenehmigungen für den Kampfpanzer zu überzeugen. Dazu verweisen sie auf die wirtschaftlichen Interessen von Dutzenden Firmen und die zahlreichen Arbeitsplätze, die mit der Panzerproduktion gesichert werden könnten. Der Leopard 2 ist ein Exportschlager der deutschen Rüstungsindustrie; bereits von dem Vorgängermodell, dem Leopard 1, wurden 4.561 Exemplare ins Ausland geliefert. Der Leopard 2 wird mittlerweile in 18 Ländern eingesetzt, darunter in Chile, Kanada , der Türkei , Griechenland , Singapur, Finnland, der Schweiz und Spanien .

Angeschafft wurde der Leopard einst, um bei einem Angriff des Ostblocks auf Mitteleuropa die zahlreichen Panzer des Warschauer Pakts aufzuhalten. "Die quantitative Überlegenheit der Landstreitkräfte des Warschauer Pakts gleicht das Heer durch hohe Beweglichkeit, starke Feuerkraft und reaktionsschnelles Führungssystem aus", lobte das Verteidigungsministerium 1980 in einer Broschüre über 25 Jahre Bundeswehr. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat der Panzer rapide an Bedeutung verloren. In Deutschlands erstem Bodenkrieg seit 1945, in Afghanistan , setzt die Bundeswehr den Leopard 2 nicht ein. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), hatte dies 2010 gefordert: "Wer in das Kanonenrohr eines Leopard 2 schaut, überlegt sich zweimal, ob er eine deutsche Patrouille angreift", sagte Könighaus im Interview mit dem Tagesspiegel . Ihm widersprachen zahlreiche Experten. Für die Regionen, in den die deutschen Feldlager Masar-i-Scharif, Faisabad und Kundus liegen, sei der Panzer zu schwer, zu groß, zu unbeweglich, sagen Spitzenmilitärs und Verteidigungspolitiker. Das mag eine Wahrheit sein, die andere lautet: Der Leopard 2 sieht einfach zu sehr nach Krieg aus.